Krypto-Crash Krypto-Börse Coinbase entlässt ein Fünftel der Mitarbeiter

Der Crash am Kryptomarkt vernichtet Milliarden an Vermögenswerten: Jetzt setzt die Branche den Rotstift an und streicht massiv Stellen – das trifft nicht nur Krypto-Börsen wie Coinbase und Gemini.
Sie ließen die Korken knallen zum Börsengang von Coinbase im April vergangenen Jahres. Nun entlässt die größte Kryptobörse der USA fast ein Fünftel der Belegschaft.

Sie ließen die Korken knallen zum Börsengang von Coinbase im April vergangenen Jahres. Nun entlässt die größte Kryptobörse der USA fast ein Fünftel der Belegschaft.

Foto: John Angelillo / imago images/UPI Photo

Brian Armstrong (39), Chef und Gründer der Krypto-Plattform Coinbase, hat Milliarden verloren im jüngsten Crash der Cyberwährungen. Der Zusammenbruch von Bitcoin und Co belastet allerdings auch sein Unternehmen - das will er nun für den Fall eines längeren wirtschaftlichen Abschwungs im tiefsten "Krypto-Winter" sturmfest machen: Etwa 1100 Jobs und damit rund ein Fünftel der Belegschaft werde Coinbase entlassen, kündigte Armstrong in einer EMail an die Mitarbeiter an .

"Wir scheinen nach einem mehr als 10-jährigen Wirtschaftsboom in eine Rezession einzutreten", schreibt der Gründer. Es sei schwer, die Wirtschaft oder die Märkte vorherzusagen. Aber Coinbase plane "immer mit dem Schlimmsten, damit wir das Unternehmen in jedem Umfeld betreiben können."

Im "Bullenmarkt" zu schnell gewachsen

Bereits der jüngste "Krypto-Winter" hätte zu einem empfindlichen Rückgang der Handelsaktivität geführt. Die Umsätze brachen im ersten Quartal um 27 Prozent ein , es fiel ein Nettoverlust von 430 Millionen Dollar an. Nun müsse Coinbase darauf reagieren und die Kosten senken. "Unsere Mitarbeiterkosten sind zu hoch, um diesen unsicheren Markt effektiv zu managen", schreibt Armstrong.

Coinbase hatte in den vergangenen Jahren aggressiv neue Mitarbeiter eingestellt, allein in diesem Jahr wuchs die Belegschaft um etwa 1200 Köpfe. Armstrong räumt dann auch ein, dass Coinbase während eines Bullenmarktes "zu schnell" gewachsen sei. "Wir haben zwar unser Bestes gegeben, aber in diesem Fall ist mir jetzt klar, dass wir zu viele Mitarbeiter eingestellt haben."

Die ganze Branche streicht massiv Stellen

Die entlassenen Kolleginnen und Kollegen sollen eine Abfindung von mindestens 3,5 Monatsgehältern für jedes Jahr der Beschäftigung erhalten. Die größte Kryptobörse in den USA folgt mit ihren Entlassungsplänen anderen in der Branche tätigen Unternehmen, die bereits Personal abgebaut haben  oder dies ankündigten.

So hatten zu Wochenbeginn unter anderem die konkurrierende Krypto-Börse Gemini und das vom Milliardär Peter Thiel (54) unterstützte Krypto-Kredit-Start-up BlockFi Entlassungen von 10 Prozent und mehr der Belegschaft angekündigt. Der Open-Source-Tracker Layoffs.fyi , der akribisch über Job-Bewegungen in der Tech-Start-up-Branche Buch führt, schätzt, dass allein im Juni mehr als 5500 Stellen bei Start-ups und Tech-Unternehmen in den USA gestrichen wurden.

Kryptowährungen hatten Anfang November vergangenen Jahres ihren Höhepunkt erreicht. Doch seitdem die US-Notenbank Fed die Zinswende eingeleitet und die Risikobereitschaft der Anleger rapide abgenommen hat, geht es auch mit den Cyberwährungen kontinuierlich abwärts.

Zusätzlich belastete der Zusammenbruch des Stablecoins Terra und des zugehörigen Luna-Tokens das Vertrauen. Seit Wochenbeginn flüchten Investoren geradezu panikartig aus Bitcoin und anderen Kryptwährungen. Der Bitcoin hat mehr als 60 Prozent seines Wertes verloren, seit er im November letzten Jahres ein Allzeithoch von rund 69.000 Dollar erreichte. Am Dienstag rutschte er unter die Marke von 21.000 Dollar

rei