Möglicher Strategiewechsel Apple arbeitet an einem Abo für iPhones

Apple erwägt offenbar, ein Hardware-Abonnement für seine iPhones auf den Markt zu bringen. Auch iPads oder die Smartwatches könnte der Konzern auf diese Weise im Abo anbieten, heißt es.
Abonnement-Service: Apple erwägt offenbar, ein Abo für das iPhone und andere Hardware-Produkte anzubieten

Abonnement-Service: Apple erwägt offenbar, ein Abo für das iPhone und andere Hardware-Produkte anzubieten

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Apple arbeitet an einem Abonnement-Service für das iPhone und andere Hardware-Produkte. Der Dienst würde es Nutzern zum ersten Mal ermöglichen, Hardware zu abonnieren – und nicht nur digitale Dienste, berichtet der Finanznachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf Insider .

Die Einführung von Abonnements, die einem Auto-Leasing-Programm ähneln, wäre ein bedeutender Strategiewechsel für den Konzern, der seine Geräte bisher in der Regel zum vollen Preis verkauft hat, manchmal auch über Ratenzahlungen oder mit Subventionen von Netzbetreibern. Es könnte Apple helfen, mehr Einnahmen zu generieren und es den Kunden leichter machen, Tausende von Dollar für neue Geräte auszugeben, mutmaßen Marktkenner dem Bericht zufolge. Schon jetzt ist das iPhone der größte Umsatzbringer von Apple, der im vergangenen Jahr fast 192 Milliarden Dollar erwirtschaftet hat – und damit mehr als die Hälfte der Einnahmen des Unternehmens.

Das Angebot würde sich von einem herkömmlichen Ratenzahlungsprogramm dadurch unterscheiden, dass die monatliche Gebühr nicht den Preis des Geräts abbildet, der über 12 oder 24 Monate verteilt wird. Gezahlt würde bis zur Rückgabe des Geräts, es wäre damit aber nicht abbezahlt.

Apple-Geräte austauschbar

Dem Bericht zufolge verfolge Apple die Idee, dass die Nutzer des Programms ihre Geräte gegen neue Modelle austauschen können, wenn neue Hardware auf den Markt kommt. Ein ähnliches Verfahren gibt es bereits in den USA: Im Zuge des sogenannten iPhone Upgrade Programms erhalten Kunden für einen festen monatlichen Preis nach einem Jahr das dann jeweils neueste Smartphone im Tausch gegen das ältere Vorjahresmodell. Mobilfunkanbieter bieten bereits ähnliche Modelle mit Teilzahlung an.

Aber das neue Angebot geht über die Praxis in den USA hinaus: Sollen doch iPhone oder andere Hardware Bloomberg zufolge ähnlich unkompliziert abgeschlossen werden können wie ein Abo für Apps oder die iCloud. Demzufolge könnte das Hardeware-Abo auch über die Nutzer-ID des Apple-Kunden abgeschlossen werden und der Bezahlvorgang am besten gleich über die hinterlegte Kreditkarte.

Konzern-Chef Tim Cook arbeite schon seit einigen Monaten an dem Abo-Programm, habe das Projekt aber kürzlich zunächst auf Eis gelegt, um einen "Jetzt kaufen, später bezahlen"-Service schneller auf den Markt zu bringen. Ende dieses Jahres oder im kommenden Jahr könnte der Abodienst für das iPhone starten. Endgültig entschieden sei aber noch nichts, heißt es in dem Bericht.

Dem Bericht zufolge plane Apple, das iPhone-Abo mit den Apple One-Paketen und den AppleCare-Plänen für technischen Support zu verknüpfen. Der Konzern hatte die Pakete im Jahr 2020 eingeführt, um Nutzern die Möglichkeit zu geben, verschiedene Dienste – darunter TV+, Arcade, Musik, Fitness+ und iCloud-Speicher – für eine geringere monatliche Gebühr zu abonnieren.

Mit der Idee eines Hardware-Abonnements würde Apple selbst zwar Neuland betreten, völlig neu ist die Idee aber nicht. So hat der Fitnessanbieter Peloton kürzlich damit begonnen einen Abonnementdienst zu erproben. Dabei können Kunden Fahrräder und Fitnessinhalte für 60 bis 100 Dollar pro Monat leasen. Auch Google hat einen ähnlichen Ansatz mit seinen Chromebook-Laptops ausprobiert, die sich an Firmenkunden richten.

sio/rei