Inflation Apple erhöht Preise im App-Store um bis zu 30 Prozent

An steigende Preise müssen sich viele Menschen in diesen Tagen gewöhnen, jetzt wird auch das Angebot im App Store von Apple teurer. Der iPhone-Konzern reagiert auf die Dollar-Stärke mit einem kräftigen Aufschlag.
Neuigkeiten im App Store: Apple erhöht die Preise kräftig

Neuigkeiten im App Store: Apple erhöht die Preise kräftig

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Patrick Semansky/ AP

Vor wenigen Tagen hatte Apple bereits Preiserhöhungen bei iPhone-Modellen bekannt gegeben, jetzt legt der IT-Konzern nach: In einem Blog-Post  für App-Entwickler kündigt Apple an, die Preise in seinem App Store im Euro-Gebiet sowie in mehreren Ländern Asiens nach oben zu setzen - und zwar deutlich.

Apple will damit offensichtlich seine Gewinnmargen im Auslandsgeschäft sichern, die durch den starken Dollar unter Druck geraten sind. Vor allem der Euro sowie der japanische Yen, aber auch andere Schwellenländer-Währungen, haben gegenüber dem Dollar über die vergangenen Monate an Wert verloren. Der Euro etwa hat gegenüber der US-Währung im Laufe der vergangenen zwölf Monate rund 15 Prozent eingebüßt. Beim Yen beträgt das Minus im gleichen Zeitraum sogar etwa 25 Prozent.

Apple-Kunden, die in diesen Währungsräumen im App Store des iPhone-Herstellers einkaufen, machen also ein zunehmend gutes Geschäft, solange der Preis unverändert bleibt – und Apple macht dabei ein immer schlechteres Geschäft. Denn die Yen- oder Euro-Erlöse, die Apple mit seinem App Store erzielt, sind umgerechnet in Dollar inzwischen viel weniger wert als noch vor einem Jahr.

Daher nun die Reaktion des Konzerns: Ab 5. Oktober steigen die Preise für Apps sowie In-App-Käufe in Chile, Ägypten, Japan, Malaysia, Pakistan, Polen, Südkorea, Schweden, Vietnam und allen Ländern, die den Euro nutzen, schreibt Apple in dem Blog-Post. Ausgenommen von der Erhöhung sind Abonnements, die sich automatisch verlängern. In Vietnam spielt zudem eine Änderung im Steuerrecht eine Rolle, auf die Apple reagiert. Dort müsse das Unternehmen nun Mehrwertsteuer und Einkommensteuer von jeweils rund 5 Prozent abführen, so der Konzern.

Preise in der Euro-Zone steigen um 20 Prozent

Die Preiserhöhung in der Euro-Zone – also auch in Deutschland – erscheint auf den ersten Blick großzügig: Den Preis in der untersten Preiskategorie des App Stores setzt Apple von 99 Cent auf 1,19 Euro nach oben. Ein Anstieg um rund 20 Prozent also. Auf den Verfall des japanischen Yen gegenüber dem Dollar reagiert Apple allerdings mit einer noch kräftigeren Preiserhöhung: Im japanischen App Store erhöht der Konzern die Preise um bis zu 30 Prozent.

"Es ist nicht das erste Mal, dass Apple die Preise im App Store anpasst, aber diese Erhöhung ist ziemlich heftig", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg  einen Analysten in Tokio. "Diese Preisanpassungen werden App- und Spiele-Entwickler zwangsläufig zu spüren bekommen. Die Leute werden mit Käufen im App Store jetzt womöglich noch zurückhaltender werden, und Entwickler müssen sich bei der Preisgestaltung etwas einfallen lassen.”

Laut Bloomberg haben die Entwickler der Apps in den vergangenen Monaten ebenfalls bereits ihre Preise erhöht. Einer Studie zufolge sei der durchschnittliche Preis bei In-App-Käufen im Juli um 40 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor.

Hintergrund: Apple will sich unabhängiger von der Entwicklung von Smartphones machen und sein Dienstleistungsgeschäft, zu dem auch die App Stores gehören, ausbauen. Der Bereich ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und erzielt inzwischen einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar im Quartal.

Zum Gesamtbild gehört allerdings auch, dass Apple die Preise im App Store immer wieder anpasst – sowohl nach oben als auch nach unten. Zuletzt hatte der Konzern die App-Store-Preise in der Euro-Zone im vergangenen Jahr gesenkt. In der untersten Preiskategorie ging es seinerzeit von 1,09 Euro auf 99 Cent abwärts.

cr
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