Intel Rekordumsatz und weniger Gewinn im Schlussquartal

Intel hat seinen Quartalsumsatz trotz weltweiter Lieferprobleme gesteigert. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren legte kräftig zu, die Erlöse mit PC-Prozessoren fielen zurück. Weil Intel viel Geld in neue Fabriken investiert, rutschte der Gewinn deutlich ab.
Intel-Chef Pat Gelsinger nimmt geringere Gewinne in Kauf, um mit milliardenschweren Investitionen die Produktionskapazitäten auszubauen

Intel-Chef Pat Gelsinger nimmt geringere Gewinne in Kauf, um mit milliardenschweren Investitionen die Produktionskapazitäten auszubauen

Foto: Yuri Gripas / Pool via CNP /MediaPunch / imago images/MediaPunch

Trotz Lieferproblemen rund um den Globus hat Intel im vergangenen Vierteljahr seinen Umsatz gesteigert. Intels Quartalsumsatz legte im Jahresvergleich um drei Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar (18,2 Milliarden Euro) zu. Der Konzern übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Schnitt lediglich mit 18,3 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Quartalsgewinn hingegen sank unter dem Strich um 21 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Unter anderem die Ausgaben für den Ausbau der Produktion lasten auf der Profitabilität, was einigen Analysten und Anlegern Sorgen bereitet. Konzern-Chef Pat Gelsinger (60) zeigte sich aber entschlossen, die Milliarden-Investitionen voranzutreiben.

Erst vergangene Woche gab Intel bekannt, bis zu 100 Milliarden Dollar in den Bau einer riesigen neuen Chipanlage im US-Bundesstaat Ohio zu stecken. Eine Entscheidung über Europa-Investitionen steht noch aus. Deutschland macht sich große Hoffnungen auf einen Zuschlag. Der Konzern will in den nächsten Monaten eine Entscheidung treffen - auch abhängig vom Chip-Förderprogramm European Chips Act.

Im vergangenen Quartal profitierte Intel erneut von Zuwächsen im Geschäft mit Chips für Rechenzentren. Der Bedarf an Kapazitäten in Rechenzentren steigt schon seit Jahren und in der Corona-Pandemie mit Videokonferenzen und mehr digitaler Unterhaltung beschleunigte sich das Wachstum noch weiter. Der Quartalsumsatz in diesem Segment des Geschäfts legte um 20 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar zu. Das operative Ergebnis gab zugleich um knapp 17 Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar nach.

Chips für Rechenzentren gefragt, Erlöse mit PC-Prozessoren rückläufig

Im Geschäft mit PC-Prozessoren sanken die Erlöse um sieben Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn der Sparte fiel um 23 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Dollar. Der PC-Markt hatte in der Corona-Pandemie einen kräftigen Aufschwung erlebt - Ende vergangenen Jahres gab es aber einen Dämpfer, unter anderem wegen der globalen Komponenten-Engpässe.

Intel hat zusätzlich das Problem, dass Apple bei immer mehr Modellen seiner Macbook-Computer auf Chips aus eigener Entwicklung umsteigt. Im Ergebnis setzte Intel im vergangenen Quartal insgesamt 26 Prozent weniger Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor ab. Den Effekt auf den Umsatz half abzufedern, dass der durchschnittliche Preis der Notebook-Chips zugleich um 14 Prozent höher war.

Für das laufende erste Quartal rechnet das US-Unternehmen mit einem Umsatz von 18,3 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 80 Cent. Analysten gehen von Erlösen von 17,62 Milliarden Dollar und einem Ergebnis je Anteilsschein von 86 Cent aus. Die Intel-Aktie gab Donnerstagmittag um rund 2,5 Prozent nach.

rei/Reuters/DPA