Magdeburg Bund fördert Intel-Werke mit knapp sieben Milliarden Euro

Mit rund 17 Milliarden US-Dollar an Investitionskosten rechnet der US-Chiphersteller Intel für den Bau seiner neuen Werke in Magdeburg. Doch Intel-Chef Pat Gelsinger hat hart verhandelt: Der Bund fördert das Projekt mit Milliarden Euro Steuergeld.

Der Bund wird die beiden neuen Fabriken des US-Chipherstellers Intel in Magdeburg mit einem Milliardenbetrag fördern. Er freue sich sehr, dass der Bund die Ansiedlung bis 2024 mit insgesamt 6,8 Milliarden Euro unterstützen werde, sagte der Magdeburger Bundestagsabgeordnete Martin Kröber (30, SPD) am Freitag. Allein im Haushalt 2022 seien 2,7 Milliarden Euro veranschlagt, erklärte Kröber. "Die Ansiedlung ist ein Schub für ganz Sachsen-Anhalt."

Intel hatte Mitte März angekündigt, in Magdeburg zwei neue Chipfabriken für 17 Milliarden US-Dollar bauen zu wollen. Der Bau soll im nächsten Jahr beginnen, ab 2027 sollen dann die ersten Chips gefertigt werden. Der US-Konzern rechnet mit bis zu 3000 neuen Arbeitsplätzen. Damit verhilft nach dem Elektroautobauer Tesla im brandenburgischen Grünheide ein weiterer US-Konzern dem Osten Deutschlands zu neuer Blüte. Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt setzte sich unter anderem gegen Dresden durch, wo schon Bosch, Infineon und Globalfoundries Chipfabriken haben.

Intel befindet sich mitten in der aktuellen Chipkrise, die vor allem Autokonzerne und Technologiefirmen umtreibt, auf einem nie dagewesenen Expansionskurs. Neben Magdeburg will der Konzern ein neues Forschungszentrum in Frankreich errichten sowie in Italien, Polen und Spanien und Irland investieren, wo Intel das bisher einzige Europa-Werk betreibt. Vom Design über Produktion bis zur Montage sollen alle Schritte in Europa erfolgen können.

Intel-Chef Pat Gelsinger (61) will mit den milliardenschweren Investitionen das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Der einst unangefochtene Chipgigant war die vergangenen Jahre stark unter Druck geraten. So ist der ehemalige Großkunde Apple auf eigene Chipentwicklungen umgestiegen und lässt seine Chips vom Auftragshersteller TSMC produzieren. Vom taiwanischen Konzern beziehen auch Intels wichtigste Konkurrenten ihre Chips, allen voran AMD und Nvidia. Außerdem hat Intel in den vergangenen Jahren weitgehend das Smartphone-Geschäft verpasst. Hier dominiert die Technik des britischen Chip-Designers ARM, die von Apple und fast allen Herstellern von Android-Smartphones verwendet wird.

mg/dpa-afx