Digitale Transformation Infineon schafft neuen Vorstandsposten

Auch der Halbleiterhersteller Infineon bereitet sich auf die gesetzlich geplante Frauenquote vor und beruft eine Frau in den Vorstand. Der Konzern holt dafür eine Ex-Mitarbeiterin zurück.
Zurück in alten Gefilden: Constanze Hufenbecher war bereits von 2004 bis 2009 bei Infineon beschäftigt

Zurück in alten Gefilden: Constanze Hufenbecher war bereits von 2004 bis 2009 bei Infineon beschäftigt

Foto: Infineon

Der Halbleiterhersteller Infineon stockt seinen Vorstand auf und führt das neue Ressort "Digitale Transformation" ein. Den Posten des Chief Digital Transformation Officers übernehme Constanze Hufenbecher (50), teilte Infineon-Chef Reinhard Ploss (65) auf der Hauptversammlung des Konzerns mit. Der Vorstand wird damit ab Mitte April auf fünf Personen erweitert - Hufenbacher ist dann das einzige weibliche Vorstandsmitglied.

Die gelernte Diplom-Kauffrau war bereits von 2004 bis 2009 bei Infineon beschäftigt und hatte zuletzt als Finanzchefin bei der Lufthansa Technik gearbeitet. Hufenbecher verfüge über umfassende Erfahrung, insbesondere mit Blick auf Transformationsmanagement und die Entwicklung und Etablierung von Prozessen, sagte Chefkontrolleur Wolfgang Eder (69). Die Arbeit typischer Organisationseinheiten müsse noch enger miteinander verknüpft werden, ergänzte Infineon-Chef Ploss.

Infineon setzt damit die Vorgaben eines noch für diese Legislaturperiode geplanten Gesetzes um, das börsennotierte und voll mitbestimmte Unternehmen dazu verpflichtet, mindestens eine Frau in den Vorstand zu berufen, wenn das Gremium mehr als drei Mitglieder hat. Auch Adidas, Bayer, Eon und BASF reagierten bereits mit der Berufung von weiblichen Vorstandsmitgliedern.

Der Konzern teilte weiter mit, dass der Vertrag von Finanzvorstand Sven Schneider um fünf Jahre verlängert werde. Eigentlich wäre seine Amtszeit im April 2022 ausgelaufen. Infineon hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund 47.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 8,57 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 368 Millionen Euro.

mg/Reuters, dpa-fx
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