Chiphersteller Infineon hebt Prognose – Aktie fällt

Bei Infineon laufen die Geschäfte gut, Konzernchef Jochen Hanebeck hebt die Prognose für 2022 an. Aktionäre haben offenbar noch mehr erwartet.
Infineon-Logo: Der Konzern hebt seine Prognose für 2022 an

Infineon-Logo: Der Konzern hebt seine Prognose für 2022 an

Foto: Sven Hoppe / dpa

Eine hohe Nachfrage und ein schwacher Euro sorgen beim Chiphersteller Infineon für noch mehr Zuversicht. Wie schon zum Ende des ersten Quartals hebt das Management die Prognose an. Im zweiten Geschäftsquartal übertraf der Konzern derweil die eigene Prognose sowie die Erwartungen der Analysten.

Anleger konnten sich am Montag nicht für das Zahlenwerk begeistern. Der Kurs von Infineon verlor zuletzt rund 3,8 Prozent und die Aktie gehörte zu den schwächsten Werten im Dax. Das Papier weitete seine Verluste des laufenden Jahres damit auf über ein Drittel aus.

Für das laufende Geschäftsjahr, das noch bis Ende September geht, erwartet Infineon gute Geschäfte – unter anderem in dem wichtigen Automobilsegment. Deshalb peilt der Konzern nun einen Umsatz von 13,5 Milliarden Euro an, plus oder minus 500 Millionen Euro, wie er am Morgen in Neubiberg mitteilte. Die Spanne erhöht sich damit um 500 Millionen. Die Marge des Segmentergebnisses, also des operativen Gewinns, soll im Mittelpunkt der Spanne mehr als 22 Prozent betragen. Zuvor war Infineon von etwa 22 Prozent ausgegangen.

"Die Versorgung mit Halbleitern bleibt für viele Branchen der Knackpunkt", sagte der neue Konzernchef Jochen Hanebeck. Deshalb bleibe die Nachfrage nach Infineons Chips stabil. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, und das wird in den nächsten Quartalen so bleiben - in einigen Sektoren auch im neuen Geschäftsjahr", sagte Hanebeck. Wie sich Infineons Geschäft entwickele, werde maßgeblich von der Angebotsseite bestimmt.

Der Konzern soll in den zwei verbleibenden Quartalen weiter vom schwachen Euro profitieren: Hier geht Infineon in seiner neuen Prognose von einem Euro-Kurs von 1,10 Dollar aus, zuvor waren es 1,15 Dollar. Damit bleibt bei den in Dollar gestellten Rechnungen mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung hängen. Der Konzern erzielt rund zwei Drittel seiner Erlöse in Dollar, seit er den US-Konzern Cypress übernommen hat. Überdurchschnittlich will Infineon dabei auch in seinem Segment CSS wachsen, das etwa Chips für Unterhaltungselektronik und Kreditkarten beinhaltet.

cr/dpa-afx