Chiphersteller kürzt Dividende Infineon ist zurück in der Gewinnzone

Nach dem Verlust im Vorquartal gelingt Infineon die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Aktie legt zu, da Infineon-Chef Reinhard Ploss für das neue Geschäftsjahr verhalten optimistisch ist. Die Dividende wird allerdings gekürzt.
""Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer stärker als erwartet erholt": Infineon-Chef Reinhard Ploss

""Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer stärker als erwartet erholt": Infineon-Chef Reinhard Ploss

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Der Chiphersteller Infineon ist zurück in der Gewinnzone. Von Juli bis September verdiente der Dax-Konzern 109 Millionen Euro, wie er am Montag mitteilte. Im Vorquartal war er kurzfristig in die roten Zahlen gerutscht, was neben Belastungen durch die Corona-Krise allerdings auch an hohen Kosten für die Übernahme von US-Konkurrent Cypress gelegen hatte. Der Umsatz lag 21 Prozent über Vorjahr und traf genau die Erwartungen der Analysten, das Segmentergebnis verbesserte sich in ähnlichem Maße auf 379 (311) Millionen Euro.

Beides hat aber Spuren hinterlassen: Im gesamten Geschäftsjahr, das am 30. September endete, sackte der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 368 Millionen Euro ab. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 8,57 Milliarden Euro, das Segmentergebnis schrumpfte aber um 11 Prozent auf 1,17 Milliarden. 

Die Aktien  von Infineon sind nach der Vorlage der Jahreszahlen zunächst gestiegen. Beim Broker Lang & Schwarz legten sie im Vergleich zum Xetra-Schluss um 2,16 Prozent auf 26,98 Euro zu. Ein Händler sprach von recht guten Zahlen mit dem Schlussquartal des Geschäftsjahres 2019/20 sowie dem Ausblick auf das erste Viertel des neuen Geschäftsjahres leicht über den Markterwartungen. Allerdings enttäusche die Gewinnmarge in der Automotive-Sparte ein wenig. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass die Erwartungen angesichts guter Resultate von Wettbewerbern schon recht hoch gewesen sein dürften. Daher seien Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf denkbar, auch weil die Aktien zuletzt gut gelaufen seien. Mit plus 30 Prozent im bisherigen Jahresverlauf liegen die Papiere auf dem zweiten Platz im Dax.

Dividende gekürzt

Infineon-Chef Reinhard Ploss (64) sprach von einem "sehr ordentlichen vierten Quartal". "Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer besser als erwartet erholt", sagte er. "Hinzu kommt der beschleunigte strukturelle Wandel hin zur Elektromobilität, insbesondere in Europa."

Für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr ist Ploss "in Summe verhalten optimistisch". Für das neue Geschäftsjahr erwartet er - einschließlich der übernommenen Cypress Technologies - einen Umsatzanstieg auf 10,5 Milliarden Euro plus/minus 5 Prozent. Die Umsatzrendite soll bezogen auf das Segmentergebnis auf 16,5 Prozent steigen. Im ersten Quartal soll der Umsatz zwischen 2,4 und 2,7 Milliarden Euro liegen, bei einer Marge von 16 Prozent. 

Dennoch agiert Infineon bei der Dividende vorsichtig und will sie um fünf auf 22 Cent kürzen. Der Konzern will damit "den gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und dem weiteren Fortbestehen der Risiken der Coronavirus-Pandemie Rechnung" tragen und sich finanziellen Spielraum erhalten.

mg/dpa-afx/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.