Plattform "Hydra" Deutsche Ermittler schalten weltgrößten Darknet-Marktplatz ab

Der weltweit größte illegale Marktplatz im Darknet, "Hydra", ist von deutschen Behörden abgeschaltet worden. Die russischsprachige Plattform hatte rund 17 Millionen Kunden. Server in Deutschland und Bitcoins im Wert von 23 Millionen Euro wurden sichergestellt.
Gewerbsmäßige Geldwäsche: Ermittelt wird gegen bislang unbekannte Betreiber und Administratoren

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Foto: Silas Stein / dpa

Deutsche Ermittler haben nach eigenen Angaben den umsatzstärksten illegalen Darknet-Marktplatz "Hydra Market" abgeschaltet. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte, wurde dessen Serverinfrastruktur nach "aufwändigen Ermittlungen" am Dienstag beschlagnahmt und der Marktplatz "damit geschlossen". "Hydra Market" war demnach eine mindestens seit 2015 erreichbare russischsprachige Plattform mit etwa 17 Millionen Kunden- sowie mehr als 19.000 Verkäuferkonten.

Über den Darknet-Marktplatz wurden nach BKA-Angaben allein im Jahr 2020 Umsätze in Höhe von mindestens 1,23 Milliarden Euro getätigt. Nach Einschätzung der eigenen Expertinnen und Experten sowie der Fachleute der ebenfalls führend an den Ermittlungen beteiligten Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main sei die Plattform damit "der umsatzstärkste illegale Marktplatz weltweit gewesen".

"Hydra Market" diente laut BKA vor allem dem Handel mit Drogen sowie mit gestohlenen Daten und gefälschten Dokumenten. Dazu kamen Geschäfte mit speziellen kriminellen Dienstleistungen. Bedeutsam war laut BKA vor allem ein "Bitcoin Bank Mixer", über den sich digitale Finanztransaktionen mit Kryptowährungen verschleiern und strafrechtliche Ermittlungen von Behörden stark erschweren ließen.

Bei der Beschlagnahme der Server am Dienstag seien auch Bitcoins im aktuellen Wert von etwa 23 Millionen Euro beschlagnahmt worden, teilte das BKA weiter mit. Auf der Website der Plattform wurde ein Banner veröffentlicht, das über die behördliche Abschaltung informiert. Die Ermittlungen liefen demnach schon seit 2021, die Identitäten der verantwortlichen Betreiber und Administratoren sind bislang unklar. Auch US-Behörden waren laut BKA beteiligt.

sio/AFP