Ransomware Hackerangriff trifft womöglich mehr als 1000 Unternehmen

Schon wieder ein Cyberangriff auf die Wirtschaft: Bei der Attacke gegen die US-IT-Firma Kaseya wurden weltweit womöglich mehr als 1000 Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen.
Bildschirm mit Binärcode: Hacker verschlüsseln EDV-Systeme und verlangen Geld für die Lösung des Problems

Bildschirm mit Binärcode: Hacker verschlüsseln EDV-Systeme und verlangen Geld für die Lösung des Problems

Foto: Oliver Berg/ dpa

Ein Cyberangriff auf die IT-Firma Kaseya aus den USA könnte Experten zufolge mehr als tausend Unternehmen getroffen haben. Die Software von Kaseya sei durch eine Erpressungs-Software manipuliert worden, "um mehr als tausend Unternehmen zu verschlüsseln", teilte die auf Cybersicherheit spezialisierte Beratungsfirma Huntress Labs am Samstag mit. Betroffen war unter anderem die schwedische Supermarktkette Coop, die wegen nicht funktionierender Kassen vorübergehend 800 Filialen schließen musste.

Die Cyberattacke ereignete sich vor dem Wochenende, an dem in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert wird. Das IT-Unternehmen Kaseya hatte am Freitag die Cyberattacke bestätigt und versichert, der Angriff sei eingedämmt worden, so dass nur ein "sehr kleiner Prozentsatz" der Kunden betroffen sei, die das sogenannte VSA-Netzwerk von Kaseya nutzten. Dies seien "schätzungsweise weniger als 40 weltweit".

Bei Angriffen mit Ransomware sperren oder verschlüsseln Hacker die Computersysteme ihrer Opfer, um von den Nutzern Lösegeld (auf Englisch Ransom) für die Freigabe zu erpressen.

Kaseya ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter für Informationstechnologie und IT-Sicherheit für kleine und mittlere Unternehmen. Über die VSA-Software können Unternehmen all ihre Computer und Drucker von einem einzigen Arbeitsplatz aus steuern. Der US-Firmensitz von Kaseya befindet sich in Florida, das internationale Hauptquartier in Irland.

Coop Schweden erklärte am Samstag, einer seiner Subunternehmer sei "Ziel eines digitalen Angriffs, und deshalb funktionieren unsere Kassen nicht mehr". Der Konzern hoffe, das Problem schnell in den Griff zu bekommen und die Filialen wieder öffnen zu können.

Zuletzt war es mehrfach zu Cyberangriffen auf US-Unternehmen gekommen. Im Mai waren die Colonial-Ölpipeline in den USA und die US-Tochter des weltgrößten Fleischproduzenten JBS Opfer von Cyberangriffen mit Ransomware geworden. Voriges Jahr hatten sich Hacker über Software des amerikanischen IT-Unternehmens SolarWinds Zugang zu den Systemen von Ministerien, Behörden und Unternehmen verschafft.

cr/afp