Milliardenwert erreicht Berliner Start-up Grover ist Deutschlands neues "Einhorn"

Das Unternehmen Grover, das Elektrogeräte vermietet, hat bei Investoren frisches Geld eingesammelt. Dabei stieg die Bewertung des Start-ups auf mehr als eine Milliarde Dollar.
Willkommen im Klub: Die Grover-Gründer Thomas Antonioli (l.) und Michael Cassau führen nun einen Milliardenbetrieb

Willkommen im Klub: Die Grover-Gründer Thomas Antonioli (l.) und Michael Cassau führen nun einen Milliardenbetrieb

Foto: Grover

Das Berliner Start-up-Unternehmen Grover, das Elektronikgeräte zur Miete anbietet, hat nach einer neuen Finanzierungsrunde eine Milliardenbewertung erreicht. Eine Investorengruppe, die von dem Fonds Energy Impact Partner angeführt wird, stellte Grover dabei 330 Millionen US-Dollar (300 Millionen Euro) zur Verfügung. Die Summe setze sich aus 110 Millionen Dollar Eigenkapital sowie 220 Millionen Dollar Fremdkapital des Investors Fasanara Capital zusammen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Damit überschreite die Bewertung der Firma die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar.

Grover gehört damit zu den "Einhörnern" unter den deutschen Start-up-Firmen. So werden Jungunternehmen bezeichnet, die abseits der Börse eine Bewertung von einer Milliarde Dollar oder mehr erreichen. Nach Angaben des US-Senders CNBC gibt es derzeit etwa 1000 solche "Einhörner" weltweit. Das wertvollste unter ihnen ist das chinesische Tech-Start-up Bytedance mit einer Bewertung von rund 140 Milliarden Dollar, so CNBC in einer Übersicht . Teuerstes deutsches Start-up ist demnach die Münchener Softwarefirma Celonis mit einem Wert von elf Milliarden Dollar (rund 10,1 Milliarden Euro).

Grover bietet das Mieten von technischer Hardware an – ähnlich wie beim Leasing von Autos. Das Sortiment umfasst dabei populäre Elektronikgeräte wie Smartphones oder Spielkonsolen bis hin zu Notebooks oder Drohnen. Dabei richtet sich das Unternehmen vor allem an Interessenten, die bestimmte Geräte nur zeitweise benötigen, etwa eine Drohne für Luftaufnahmen während eines Strandurlaubs. Grover steht dabei im Wettbewerb mit anderen Technikverleihern wie Utiluru und Gearflix.

Mit dem frisch eingesammelten Kapital will Grover sein Geschäft in weitere Länder ausdehnen sowie die Abonnentenzahl in bestehenden Märkten wie Deutschland, Österreich, Spanien, den Niederlanden sowie den USA schneller erhöhen. Die USA stellten dabei einen wichtigen Wachstumsmarkt dar, berichtete Grover. Man wolle das Team in den USA um 100 Mitarbeiter vergrößern.

"Wir werden unsere Präsenz in unseren Bestandsmärkten ausbauen. In Europa schauen wir, ob wir in weitere Länder gehen. Zudem wollen wir unser Firmenkundengeschäft und unser Angebot von Finanzdienstleistungen erweitern", sagte Firmenchef und -gründer Michael Cassau der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Firma arbeitet unter anderem mit Mediamarkt-Saturn zusammen. Zusätzlich zum Eigenkapital nimmt Grover einen Kredit in Höhe von 220 Millionen Dollar bei Fasanara Capital auf, der ausschließlich für die Verwaltung, den Erwerb sowie die Reparaturen der Geräte verwendet wird. "Wir haben mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer und 500.000 aktive Mieten. Wir sind letztes Jahr mehr als 100 Prozent gewachsen und wollen den Umsatz dieses Jahr auch wieder verdoppeln", sagte Cassau. Hochgerechnet habe der Umsatz zum Jahresende bei rund 140 Millionen Euro gelegen.

Langfristig steht auch der Börsengang auf der Agenda. Cassau dazu: "Wir beschäftigen uns aktuell nicht konkret mit einem Börsengang. Aber in den nächsten fünf Jahren könnte das relevant werden."

cr/Reuters, DPA
Mehr lesen über