Nachfolger steht fest Grenke-Chefin Leminsky tritt zurück

Beim krisengeschüttelten Leasingspezialisten Grenke kehrt keine Ruhe ein. Vorstandschefin Antje Leminsky verlässt das Unternehmen schon Ende Juni. Ein Nachfolger kommt im August. Grenke war im Herbst von einem Shortseller attackiert worden.
Antje Leminsky geht nach acht Jahren an der Spitze von Grenke

Antje Leminsky geht nach acht Jahren an der Spitze von Grenke

Foto: Bernd Opitz / Grenke

Nach den Vorwürfen der Bilanzmanipulation räumt die Chefin des Leasingkonzerns Grenke, Antje Leminsky (49), ihren Posten. Sie habe sich entschieden, aus persönlichen Gründen Grenke Ende Juni nach acht Jahren im Vorstand zu verlassen, teilte das auf Leasing von Büro- und IT-Ausrüstung spezialisierte Unternehmen mit. Nachfolger wird zum 1. August Michael Bücker, der zuletzt im Vorstand der BayernLB saß. Der Vertrag von Leminsky wäre eigentlich noch bis 2023 gelaufen.

"Der Aufsichtsrat dankt Frau Leminsky für ihre wertvolle Arbeit in den letzten Jahren. Wir bedauern sehr, dass sie Grenke verlassen wird", wurde Aufsichtsratschef Ernst-Moritz Lipp in einer weiteren Mitteilung zitiert. Der Aktienkurs  am Dienstag in der Spitze mit Abschlägen von rund 3 Prozent auf die Nachricht.

"Mir ist bewusst, dass Sie der Umstand an sich und vor allem der Zeitpunkt überraschen werden"

Antje Leminsky

"Mir ist bewusst, dass Sie der Umstand an sich und vor allem der Zeitpunkt überraschen werden", schrieb Leminsky in einem Brief an die Mitarbeiter, der Reuters vorlag. "Nach all dem, was wir gemeinsam erreicht haben, ist ein solcher Schritt nicht selbstverständlich. Aber er ist richtig." Ihre persönliche Lebensplanung sei ausschlaggebend. Sie habe für Grenke den schwersten Kampf ihres Lebens gekämpft. Nachdem der Konzern nun ein uneingeschränktes Testat der Wirtschaftsprüfer erhalten habe, sei für sie der ideale Zeitpunkt, das Amt zu übergeben.

Bis der neue Vorstandschef Bücker, der vor seiner Zeit bei der BayernLB die Commerzbank-Tochter Commerz Real geleitet hat, im August seinen Posten antritt, werde es eine Vertretungsregel im Vorstand geben.

Grenke wurde im vergangenen Herbst von dem Leerverkäufer Fraser Perring mit Vorwürfen der Bilanzfälschung, des Betrugs und der Geldwäsche überzogen. Gleichzeitig hatte Perring auf einen Absturz der Aktie gewettet. Grenke ließ seine Bücher und sein Geschäftsmodell daraufhin von Wirtschaftsprüfern durchforsten, zudem macht die Finanzaufsicht Bafin eine Sonderprüfung. Weil Grenke die Bilanz für 2020 zu spät vorgelegt hat, flog der Konzern zeitweise aus dem SDax.

rei/Reuters/DPA
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