Wettbewerber übernimmt Gorillas schließt Belgien-Geschäft

Beim Milliarden-Start-up Gorillas häufen sich die Probleme. Nun muss der ums Überleben kämpfende Expresslieferdienst sein Geschäft in Belgien einstellen. Ein Nachfolger steht schon bereit.
Schließt in Belgien alle Lager: Der Expresslieferdienst Gorillas

Schließt in Belgien alle Lager: Der Expresslieferdienst Gorillas

Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP

Der hochdefizitäre Express-Lieferdienst Gorillas macht nach nur rund einem Jahr sein Geschäft in Belgien wieder dicht. Der belgische Wettbewerber Efarmz übernehme die lokalen Geschäftsanalyse-Lösungen und einen Teil der Mitarbeiter in der Verwaltung, teilte das Berliner Start-up am Freitag mit. Wie viele Mitarbeiter nun ihren Job verlieren, wollte Gorillas nicht sagen.

Unklar ist auch, wie viele Mitarbeiter zuletzt noch für das Unternehmen arbeiteten. Bereits am Samstag sollen alle Lager geschlossen und die Kunden nicht länger bedient werden. In Brüssel könne ab sofort über Efarmz bestellt werden und ab September auch in der Region Flandern. Gorillas wollte sich nicht zu den finanziellen Details des Deals äußern.

Gorillas-Chef Gründer Kağan Sümer kämpft derzeit um das Überleben des Lieferdienstes, wie das manager magazin jüngst berichtete . Das Unternehmen leidet zum einen unter der allgemeinen Abwertung der Techwerte, zum anderen wird Sümer auch eine verschwenderische Haltung nachgesagt. Neben dem Business in Belgien könnte auch das Geschäft in Spanien, Italien und Dänemark schon bald abgewickelt werden. Im Mai wurden bereits 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung entlassen.

Gorillas hatte schneller als jedes andere deutsche Start-up eine Milliardenbewertung erreicht. Letztmalig im Oktober 2021 hatte das Unternehmen rund 860 Millionen Euro einsammeln können. Damals kam auch der weltweit tätige Essenslieferdienst Delivery Hero als Investor mit einer Kapitalspritze von 200 Millionen Euro an Bord. Inzwischen sind die Investoren nicht mehr ganz so begeistert. Seit Ende vergangenen Jahres versucht Sümer frisches Geld aufzutreiben – bisher ohne Erfolg .

hr/Reuters
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