Cloud-Geschäft Google plant Rechenzentrum nahe Berlin

Google-Chef Sundar Pichai will Berlin-Brandenburg zu einer weiteren Cloud-Region machen, um weniger abhängig vom Werbegeschäft zu sein. Jetzt hat der Boss des Internet-Riesen eine Gewerbefläche in Mittenwalde bei Berlin im Visier.
Setzt auf Deutschland: Alphabet-Chef Sundar Pichai versucht hierzulande das Cloud-Geschäft als wichtige Ertragssäule voranzutreiben

Setzt auf Deutschland: Alphabet-Chef Sundar Pichai versucht hierzulande das Cloud-Geschäft als wichtige Ertragssäule voranzutreiben

Foto: Tsering Topgyal / AP

Der Internet-Riese Google plant seit Längerem Berlin-Brandenburg zu einer wichtigen Region für sein Cloud-Geschäft zu machen. Nun werden die Pläne konkreter. Google hat eine Gewerbefläche knapp 20 Kilometer südlich des Flughafens BER ins Visier genommen, um ein Rechenzentrum für den Großraum Berlin-Brandenburg zu bauen. Ein Google-Sprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Märkischen Allgemeinen". Danach soll das Rechenzentrum unter Umständen auf einer rund 30 Hektar großen Fläche im Gemeindeteil Schenkendorf von Mittenwalde (Landkreis Dahme-Spreewald) zwischen der L30 und der A13 entstehen.

Google-Sprecher Ralf Bremer sagte, Google habe den Kauf eines Grundstücks in Mittenwalde eingeleitet und prüfe weitere Optionen in der Region. "Bis zur endgültigen Übernahme sind weitere Schritte erforderlich. Dennoch freuen wir uns, dass wir mit unseren Plänen in Berlin-Brandenburg vorankommen." Die Alphabet-Aktie legte am Freitagnachmittag um 1,3 Prozent zu.

Google hält sich andere Optionen offen

Zum einen liegt dem Vernehmen nach noch kein Bebauungsplan vor, der die Errichtung eines Rechenzentrums gestattet. Zum anderen fehlt es an einer festen Zusage der örtlichen Energieversorgungsunternehmen, die geplante Anlage mit ausreichend Strom versorgen zu können. Google hält sich aber auch andere Optionen offen und will einen Baubeginn auch von der Nachfrage nach Cloud-Dienstleistungen in der Hauptstadtregion und in Brandenburg abhängig machen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (66, SPD) erwartet einen positiven wirtschaftlichen Schub für die Region. "Das ist eine gute Nachricht über die Stadtgrenzen hinaus, davon profitieren Brandenburg und Berlin."

Cloud-Sparte soll Abhängigkeit von Werbegeschäft verringern

Google arbeitet seit Jahren daran, sich aus der Abhängigkeit vom Werbegeschäft im Internet zu befreien und neue Erlösquellen zu finden. Sundar Pichai (50), der Chef des Google-Konzerns Alphabet, versucht deshalb auch, die Cloud-Sparte als wichtige Ertragssäule aufzubauen. Vor diesem Hintergrund wurden vor gut einem Jahr große Investitionen in den Standort Deutschland bewilligt, um den lukrativen deutschen Cloud-Markt nicht den Marktführern Amazon AWS und Microsoft oder deutschen Anbietern wie Ionos aus dem United-Internet-Konzern zu überlassen.  United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth (58) will Ionos 2023 an die Börse bringen.

Bis 2030 sollen sich nach den vor gut einem Jahr vorgestellten Plänen die Investitionen in Deutschland auf gut eine Milliarde Euro summieren. Mit diesem Geld baut Google zum einen seine Cloud-Region Frankfurt/Main mit einem neuen Rechenzentrum in Hanau aus. In Mittenwalde soll eine ganz neue Cloud-Region Berlin-Brandenburg eingerichtet werden.

dri/dpa-afxp
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