US-Tech-Riesen Werbeschwäche trifft Google, Cloud-Stärke hilft Microsoft

In der US-Berichtssaison haben mit Google und Microsoft zwei Tech-Giganten ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Beide Konzerne haben den Jahresauftakt sehr unterschiedlich durchlebt.
Erfolgreich in der Cloud: Microsoft startete gut ins Jahr 2022

Erfolgreich in der Cloud: Microsoft startete gut ins Jahr 2022

Foto: Swayne B. Hall / AP

Während Microsoft zum Jahresstart weiter vom Trend zum mobilen Arbeiten profitierte, bekam die Google-Mutter Alphabet die Zurückhaltung der Werbetreibenden mitten in der weltweiten Konjunkturabkühlung zu spüren. Im ersten Quartal kletterten die Erlöse zwar um 23 Prozent auf rund 68 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Suchmaschinen-Anbieter am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn hingegen fiel sogar um 8 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten die Latte bei Umsatz wie auch Gewinn höher gehängt. Die Aktie von Alphabet  fiel nachbörslich mehr als 4 Prozent, während das Microsoft -Papier leicht zulegte.

In der Pandemie hatte Google vom Online-Boom und den damit verbundenen sprudelnden Werbeeinnahmen profitiert. Weltweit verkauft keine Firma so viele Anzeigen im Internet wie Google. Allerdings nimmt die Konkurrenz durch Unternehmen wie Amazon und TikTok zu. Zudem halten aktuell viele Werbetreibende ihr Geld lieber zusammen, um flexibler auf Inflationssorgen, Lieferschwierigkeiten und den Ukraine-Krieg reagieren zu können. Allerdings lief es auch in der Cloud-Sparte nicht mehr so rund wie vor einem Jahr.

Microsoft kommt Cloud-Stärke zugute ...

Der direkte Wettbewerber Microsoft hingegen erfreute Anleger mit einem Plus im Cloud-Geschäft – darunter auch das Azure-Angebot – von 26 Prozent. Auch sonst lief es rund. Der Umsatz von Microsoft legte im abgelaufenen Quartal zu Ende März um 18 Prozent auf knapp 49,4 Milliarden Dollar zu, wie der weltgrößte Softwarekonzern aus den USA mitteilte. Das ist mehr als von Analysten erwartet worden war. Der Betriebsgewinn stieg um 19 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar.

Wie auch Amazon und Google profitiert Microsoft davon, dass immer mehr Arbeitnehmer, Schüler und Studenten sich seit der Corona-Krise flexibel zwischen Homeoffice und Büro bewegen. Damit das klappt, benötigen Firmen wie auch Privatleute Speicherplatz und Anwendungen in der Cloud, auf die jeder von überall Zugriff hat. Die Produkte und Dienstleistungen kommen häufig von Microsoft – der Heimat von Windows und Teams.

... und wettet auf das Metaversum

Dabei ist Microsoft längst nicht mehr nur im Softwarebereich unterwegs. Aktuell will der US-Konzern den Call-of-Duty-Entwickler Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar übernehmen und wettet damit auch auf das gerade entstehende Metaversum – einer über verschiedene Geräte und Plattformen zugänglichen virtuellen Welt, die online und offline miteinander verschmelzen soll. Zuletzt hatte Microsoft meist ein glückliches Händchen – wie bei den Übernahmen von LinkedIn oder Skype.

cr/dpa-afx