Nach Musk-Übernahme GM stellt Werbung auf Twitter vorerst ein

Kurz nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes durch Elon Musk zieht sich bereits der erste große Werbekunde zurück. Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump will nicht zu Twitter zurückkehren. Der Tech-Milliardär will die Gemüter mit der Einrichtung eines neuen Gremiums beruhigen.
Ist der Vogel wirklich befreit? Kritiker fürchten mehr Hass und Hetze bei Twitter unter der Kontrolle von Elon Musk

Ist der Vogel wirklich befreit? Kritiker fürchten mehr Hass und Hetze bei Twitter unter der Kontrolle von Elon Musk

Foto: SEDAT SUNA / EPA

Der US-Autobauer General Motors hat seine bezahlte Werbung auf Twitter vorübergehend gestoppt, nachdem Tesla-Chef Elon Musk neuer Eigentümer des US-Kurznachrichtendienstes geworden ist. "Wie es der normale Geschäftsverlauf bei einem bedeutenden Wechsel einer Medienplattform ist, haben wir unsere bezahlte Werbung vorübergehend pausiert", sagte der Detroiter Autohersteller am Freitag (Ortszeit). Er fügte allerdings hinzu, dass die "Interaktionen mit Kunden auf Twitter fortgesetzt werden." Die Anzeigenverkäufe machten im zweiten Quartal mehr als 90 Prozent der Einnahmen von Twitter aus.

Tech-Milliardär Elon Musk hatte am Freitag die rund 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Twitter abgeschlossen und den Kurznachrichtendienst von der Börse genommen. Bereits am Donnerstag feuerte der reichste Mensch der Welt ranghohe Führungskräfte, darunter der bisherige Firmenchef Parag Agrawal (38) und Finanzchef Ned Segal (48). Angeblich will Musk den Spitzenposten zunächst selbst übernehmen.

Dem Unternehmer geht es beim Twitter-Kauf nach eigenen Angaben um die Stärkung der Redefreiheit. Kritiker befürchten aber eine Verrohung des Tons auf der Internetplattform und sind besorgt, dass der Eigentümerwechsel zu ungezügelteren Hassbotschaften, Hetze und Desinformationen führt.

Trump kehrt vorerst nicht zu Twitter zurück

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump (76), der von Twitter wegen seiner Aussagen über den Sturm auf das Kapitol im Januar gesperrt wurde, wird erst einmal nicht zu Twitter zurückkehren - auch wenn dies mit Elon Musk als neuem Eigentümer möglich werden sollte. Stattdessen werde er bei seinem eigenen Dienst Truth Social bleiben, sagte Trump Fox News Digital am Freitag. "Es gefällt mir hier mehr", erklärte Trump. "Ich mag Elon, aber ich bleibe bei Truth."

Musk dämpfte inzwischen allerdings selbst die Aussichten auf eine mögliche schnelle Rückkehr Trumps zu dem Dienst. Es solle keine Entscheidungen zur Wiederherstellung gesperrter Account geben, bis ein neues Gremium zum Umgang mit kontroversen Inhalten gebildet werde. "Twitter wird einen Rat zur Moderation von Inhalten mit sehr diversen Standpunkten gründen", erklärte Musk. "Es wird keine wichtigen Entscheidungen zu Inhalten oder Wiederherstellungen von Konten geben, bevor der Rat zusammenkommt."

mg/dpa-afx, Reuters, AFP
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