Probleme bei Zulieferer Foxconn Apple beschleunigt Pläne zum China-Abzug

Apple will laut einem Medien-Bericht seine Pläne beschleunigen, Teile der Produktion aus China abzuziehen. Verlagerungen solle es vor allem nach Indien und Vietnam geben.
Apple-Chef Tim Cook denkt schon länger darüber nach, sich aus dem China-Geschäft zurückzuziehen

Apple-Chef Tim Cook denkt schon länger darüber nach, sich aus dem China-Geschäft zurückzuziehen

Foto: Patrick Semansky / dpa

Der iPhone-Hersteller Apple hat dem "Wall Street Journal " zufolge in den letzten Wochen seine Pläne beschleunigt, Teile seiner Produktion aus China abzuziehen. Apple fordere seine Zulieferer auf, die Montage von Apple-Produkten in andere Länder Asiens aktiver zu planen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider. Verlagerungen solle es insbesondere nach Indien und Vietnam geben. Apple möchte mit dem Schritt auch unabhängiger von Zulieferer Foxconn werden, hieß es.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte jüngst berichtet, Probleme in dem Werk in der zentralchinesischen Industriemetropole Zhengzhou beeinträchtigten die Produktion vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft stärker als bislang gedacht: Der Apple-Zulieferer Foxconn kann Insidern zufolge die Herstellung in China vor Weihnachten nicht wieder vollständig hochfahren. Das weltweit größte iPhone-Werk im chinesischen Zhengzhou werde wohl erst zum Jahreswechsel wieder die volle Produktionskapazität erreichen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Foxconn selbst räumte ein, dass durch Produktionsprobleme im Zuge der Corona-Pandemie der Umsatz im November um 11,4 Prozent gefallen sei. Der Konzern aus Taiwan ist Auftragsfertiger für 70 Prozent der iPhones weltweit, die meisten kommen aus dem Komplex in Zhengzhou. In der Fabrik wird vor allem das neueste iPhone 14 gebaut.

Zu Apples Entscheidung sich schneller aus China zurückzuziehen, hätten auch die Unruhen im weltweit größten iPhone-Werk des Apple-Zulieferers Foxconn beigetragen, hieß es. In dem Werk in Zhengzhou kam es Ende November aus Frustration über einbehaltene Löhne und Prämien sowie wegen der weitreichenden Corona-Beschränkungen zu Ausschreitungen. Es handelte sich um seltene Szenen offener Meinungsverschiedenheiten in China. Männer zertrümmerten Überwachungskameras und gerieten mit dem Sicherheitspersonal aneinander, Hunderte von Arbeitern protestierten in der weltgrößten iPhone-Fabrik. Bereits Ende Oktober gingen erschütternde Bilder um die Welt. Damals protestierten Mitarbeitende gegen die harten Lockdown-Regeln, die sie auf dem riesigen Fabrikgelände festhielten. Sie kletterten über Zäune und flüchteten zu Fuß aus der Region.

Der Aufstand in der iPhone-Fabrik traf Apple ökonomisch im wichtigsten Quartal des Jahres – und untergräbt gleichzeitig das Sauberimage des Vorzeigekonzerns. Konzernchef Cook überlegt offenbar schon schon länger, unabhängiger von der Produktion in China zu werden. Zuletzt verstärkte das angespannte Verhältnis zwischen den Regierungen in Peking und Washington wegen des Taiwan-Konflikts offenbar den Druck, die Herstellung in andere Länder zu verlagern.

frm/Reuters

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.