Flugtaxi-Start-up Volocopter sammelt weitere 182 Millionen Euro ein

Investoren vertrauen Volocopter frische Millionen an. Das Geld soll in die Zertifizierung des Flugtaxi "VoloCity" sowie erste kommerzielle Routen fließen. Das ursprüngliche Ziel für seine Series-E-Runde verfehlte das Start-up allerdings.
VoloCity von Volocopter: Das elektrische Flugobjekt soll irgendwann einmal Menschen auf kurzen Flugstrecken sicher transportieren

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Das Flugtaxi-Start-up Volocopter hat in einer Series-E-Finanzierungsrunde 182 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Neu im Bunde der Geldgeber seien die Hongkonger Venture-Capital-Firma Gly Capital Management sowie das Mega-City-Projekt "Neom" vom saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman, teilte Volocopter am Dienstag mit. Der Prinz will in der Planstadt im Nordosten Saudi-Arabiens ausdrücklich neue Technologien fördern.

"Neom und GLy als Investoren zu gewinnen ist ein großer Erfolg", betonte Velocopter-Chef Dirk Hoke (53) laut Mitteilung. Das vereinnahmte Geld soll für die Zertifizierung des elektrischen Flugtaxis "Volocity" verwendet werden. Im März hatte das Start-up aus Baden-Württemberg in einer ersten Runde 153 Millionen Euro eingesammelt und damit eine Bewertung von 1,5 Milliarden Euro erreicht. Ursprünglich hatte das Unternehmen in seiner Series-E-Runde eine halbe Milliarde Euro einnehmen wollen. Ein Ziel, das die Bruchsaler auch mit der nun verkündeten Geldspritze nicht geschafft haben.

Der geplante Spac-Börsengang, der Volocopter 800 Millionen Dollar in die Kasse spülen sollte, war Ende 2021 im letzten Moment abgesagt worden. Hoke, einst Chef der Rüstungs- und Raumfahrt-Sparte von Airbus, hatte im September den Führungsposten vom langjährigen Firmenchef Florian Reuter (43) übernommen. Die Aufgabe des erfahrenen Managers ist es, den Zertifizierungsprozess der elektrischen Flugtaxis erfolgreich zu Ende bringen. Volocopter hatte sich vorgenommen, schon 2024 über eine zugelassene Maschine zu verfügen. Dann soll Hoke auch einen weiteren Anlauf für einen Börsengang unternehmen.

Mit dem saudischen Investor an Bord möchte Volocopter seine Senkrechtstarter auch in der geplanten Riesen-Stadt Neom starten lassen. Im vergangenen Jahr hatten das Start-up und die Neom-Region ein Joint Venture gegründet, was Volocopter das exklusive Recht einräumt, "einziger Betreiber der ersten Routen in Neom" zu sein, heißt es in einem früheren Statement .

Volocopter entwickelt elektrische, vertikalstartende Flugtaxis und Lastendrohnen, die autonom fliegen sollen. Das Unternehmen war im Jahr 2013 von Thomas Senkel, Stephan Wolf und Alexander Zosel gegründet worden. Sie gehören heute dem Unternehmen nicht mehr an. Volocopter beschäftigt laut eigenen Angaben aktuell 500 Menschen in Deutschland und Singapur. Zu den Wettbewerbern von Volocopter zählt unter anderen das deutsche Start-up Lilium, das dessen Chairman, der ehemalige Airbus-Chef Tom Enders (63), zum Abheben bringen will.

rei
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