US-Marktführerschaft angestrebt Fernbusbetreiber Flix jetzt drei Milliarden Dollar wert

Weitere 650 Millionen Dollar hat Flixmobility von Investoren eingesammelt. Marktführer in Deutschland ist der Fernbusbetreiber bereits. Dieses Ziel wollen die Gründer auch andernorts erreichen - unter anderem in den USA.
"Zeit, wieder in die Offensive zu gehen": Flixmobility-Gründer Andre Schwämmlein

"Zeit, wieder in die Offensive zu gehen": Flixmobility-Gründer Andre Schwämmlein

Foto: Christian Charisius/ picture alliance/dpa

Der Fernbuslinien-Betreiber Flixmobility wird nach seiner siebten Finanzierungsrunde nach eigenen Angaben mit mehr als drei Milliarden Dollar bewertet. Das Münchner Unternehmen habe 650 Millionen Dollar (gut 530 Millionen Euro) Eigen- und Fremdkapital eingesammelt, sagte Mitgründer und Co-Chef Jochen Engert (39) am Mittwoch. Die Bewertung ist damit deutlich höher als vor der Coronakrise, die das Geschäft von Flixbus und Flixtrain zeitweise zum Erliegen gebracht hatte.

"Jetzt ist es an der Zeit, wieder in die Offensive zu gehen", sagte Mitgründer Andre Schwämmlein (39) . Auch weitere Übernahmen seien möglich, um auch in den USA, Großbritannien und Portugal die Marktführerschaft zu erreichen. Flix - wie das Unternehmen sich inzwischen selbst nennt - sei prädestiniert, die Märkte zu konsolidieren.

Vor allem bestehende Investoren geben frisches Geld

Vor zwei Jahren hatte die 2013 gegründete Flixmobility rund eine halbe Milliarde Euro frisches Geld eingesammelt - was bis dahin die größte Finanzierungsrunde eines deutschen Start-ups war - und die Bewertung damit auf mehr als zwei Milliarden Euro (2,45 Milliarden Dollar) geschraubt. Damals waren die britsche Permira und der US-amerikanische Netflix-Investor TCV eingestiegen, größter Anteilseigner aber blieb General Atlantic. An der Investorenbasis habe sich wenig geändert, sagte Engert. Die bestehenden Investoren hätten weiteres Eigenkapital beigesteuert, der US-Kapitalgeber Canyon Partners sei mit Fremdkapital eingestiegen. Insidern zufolge hat Flix für das kommende Jahr einen Börsengang ins Auge gefasst.

Das Unternehmen hat sich nach der Freigabe des Fernverkehrs für Busse im Jahr 2013 als Marktführer in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern durchgesetzt. In Schweden und Deutschland ist Flix inzwischen auch auf Schienen unterwegs. In der Pandemie hatte Flixmobility zeitweise einen Großteil der Verbindungen eingestellt und damit das Geld zusammengehalten. Die Passagierzahl lag damit unter den 62 Millionen aus dem Jahr 2019.

USA sollen künftig der größte Markt für Flixbus werden

"Wir haben nur Dienste angeboten, wo wir auch profitabel waren", sagte Schwämmlein. "Wir haben nie viel Geld verbrannt." In den USA soll der Betrieb nun als Erstes wieder hochgefahren werden. Das Land der "Greyhound"-Überlandbusse solle künftig der größte Markt für Flixbus sein, sagte USA-Chef Pierre Gourdain. Bis 2023 wolle man dort das umfangreichste Netz anbieten.

rei/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.