Andrew Bosworth übernimmt Facebook wechselt Technologie-Chef aus

Facebook-Chef Mark Zuckerberg holt mit Andrew Bosworth einen seiner engsten Vertrauten an seine Seite. Der bisherige CTO verbleibt aber im Unternehmen.
Der neue Technikchef ist umstritten: Vor fünf Jahren sorgte Andrew Bosworth mit einem internen Memo für Aufsehen, in dem er das Wachstum von Facebook über die möglichen Gefahren stellte

Der neue Technikchef ist umstritten: Vor fünf Jahren sorgte Andrew Bosworth mit einem internen Memo für Aufsehen, in dem er das Wachstum von Facebook über die möglichen Gefahren stellte

Foto: Christian Charisius / dpa

Einer der engsten Vertrauten von Facebook-Chef Mark Zuckerberg (37) wird im kommenden Jahr neuer Technologiechef des weltgrößten Online-Netzwerks. Andrew Bosworth soll auf diesem Posten neben der massiven Infrastruktur mit großen Rechenzentren auch wie bisher das Hardware-Geschäft mit Technik wie die VR-Brille Oculus verantworten, wie Zuckerberg am Mittwoch bekannt gab.

Der bisherige Technologiechef Mike Schroepfer (46) kündigte an, dass er "irgendwann im Jahr 2022" den Posten verlassen und sich unter anderem um Facebooks Investitionen in künstliche Intelligenz  und die Suche nach Tech-Talenten kümmern werde. Schroepfer ist seit 2008 bei Facebook. Unter seiner Führung wurde unter anderem die Software entwickelt, die mithilfe von maschinellem Lernen bei Facebook verbotene Inhalte automatisiert herausfiltern soll.

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Bosworth gehört zu den wichtigsten Weggefährten Zuckerbergs und ist seit den Anfangsjahren bei Facebook. Er spielte unter anderem eine zentrale Rolle beim radikalen Umbau des Werbegeschäfts des Online-Netzwerks vor einem Jahrzehnt. Facebook war damals vom rapiden Umstieg der Nutzer von PCs auf Smartphones kalt erwischt worden und musste dringend neue Anzeigenformate entwickeln.

Aufsehen erregte 2016 ein internes Memo  von Bosworth an Zuckerberg: Unter der Überschrift "The Ugly" argumentierte er, Facebook müsse für seine große Mission – die Vernetzung aller Menschen – auch zum Teil extrem schädliche Nebeneffekte hinnehmen: "Alles was es uns erlaubt, mehr Menschen miteinander in Verbindung zu bringen, ist de facto gut." Nach Ansicht der Kritiker belegt das Memo, dass die Facebook-Führung die Gefahren ihres Produkts schon lange erkennt – dem Wachstum aber skrupellos Vorrang gegeben hat. Bosworth selbst distanzierte sich später von dem Text: Er habe "The Ugly" nur als zugespitzten Denkanstoß geschrieben.

mg/dpa-afx
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