Facebook-Konzern Nach Twitter plant auch Meta massiven Stellenabbau

Der Metaverse-Aufbau verschlingt Milliarden, zugleich wirft das Kerngeschäft mit Werbung weniger ab. Investoren werden unruhig und fordern harte Schnitte. Nun plant die Facebook-Mutter Meta laut US-Medien Massenentlassungen noch in dieser Woche.
Hat er sich verkalkuliert? Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Konzerns Meta plant offenbar den ersten umfassende nPersonalabbau in der 18-jährigen Geschichte des Unternehmens

Hat er sich verkalkuliert? Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Konzerns Meta plant offenbar den ersten umfassende nPersonalabbau in der 18-jährigen Geschichte des Unternehmens

Foto: Erin Scott / REUTERS

Der Stellenabbau bei US-Technologiekonzernen geht weiter. Nachdem Twitter angekündigt hat, nahezu jeden zweiten Job zu streichen, will nun offenbar auch der Facebook-Konzern Meta massiv Personal abbauen. Es gehe um mehrere Tausend Arbeitsplätze, schrieb das "Wall Street Journal"  in der Nacht zum Montag. Die geplanten Entlassungen wären der erste umfassende Personalabbau in der 18-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Die Zahl der Meta-Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren sollen, ist zwar prozentual gesehen geringer als die Kürzungen bei Twitter in der vergangenen Woche, könnte aber in einem Jahr, in dem es in der Tech-Branche zu Entlassungen gekommen ist, die bisher größte sein, schreibt die Zeitung. Die "New York Times"  nannte keine Zahlen. Der Abbau könne im Laufe der Woche beginnen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Facebook hatte zuletzt gut 87.000 Mitarbeiter.

Meta hat das Problem, dass das Kerngeschäft mit Werbung in Online-Diensten wie Facebook und Instagram weniger Einnahmen als bisher abwirft. Zugleich verschlingt die von Gründer und Chef Mark Zuckerberg (38) vorangetriebene Entwicklung virtueller Welten unter dem Schlagwort Metaverse immer mehr Geld.

Zuckerberg hatte zuletzt bereits angekündigt, dass die Beschäftigtenzahl bei Meta vorerst nicht mehr wachsen und im kommenden Jahr auch schrumpfen könne, weil sie der Konzern auf weniger Bereiche konzentrieren werde. Das Wall Street Journal hatte im September berichtet, dass Meta in den kommenden Monaten die Ausgaben um mindestens 10 Prozent senken wolle, unter anderem durch Personalabbau.

Der sich nun abzeichnende, größere Stellenabbau könnte auch ein Zeichen an die Investoren sein: Letzten Monat hatte die Investmentfirma Altimeter Capital in einem offenen Brief Zuckerberg aufgefordert, dass Meta Personal abbauen und seine Metaverse-Ambitionen zurückschrauben sollte.

Metaverse-Aufbau verschlingt Milliarden

Die Ausgaben von Meta sind stark angestiegen, sodass der freie Cashflow im vergangenen Quartal um 98 Prozent zurückging. Allein im vergangenen Quartal verbuchte die Sparte Reality Labs, in der am Metaverse gearbeitet wird, einen operativen Verlust von knapp 3,7 Milliarden Dollar. Seit Jahresbeginn sammelte sich ein Fehlbetrag von 9,4 Milliarden Dollar an - bei einem Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar in dem Bereich. Und Zuckerberg kündigte an, dass die Verluste der Reality Labs im kommenden Jahr noch "erheblich wachsen" würden.

Unterdessen beschleunigte sich der Umsatzrückgang. Meta sieht sich von der Sparsamkeit der Werbekunden betroffen, die angesichts hoher Inflation und Konjunktursorgen weniger Geld für Online-Anzeigen ausgeben. Die Erlöse von Meta fielen im Jahresvergleich um vier Prozent auf 27,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich brach der Gewinn um 52 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Dollar ein. Der Aktienkurs ist seit Monaten unter Druck, weil Anleger die Metaverse-Investitionen zu hoch finden.

rei/dpa-afx

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