Facebook Zehntausende Meta-Kunden ausgespäht

Beim Facebook-Konzern Meta sind 50.000 Kunden ins Visier von Überwachungsfirmen geraten. Der Konzern hat 1500 Scheinkonten auf seinen Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp gesperrt.
Liest da jemand mit? Zehntausende Kunden des Konzerns Meta, zu dem Facebook, Instagram, WhatsApp gehören, wurden offenbar gezielt ausgespäht

Liest da jemand mit? Zehntausende Kunden des Konzerns Meta, zu dem Facebook, Instagram, WhatsApp gehören, wurden offenbar gezielt ausgespäht

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der Facebook-Eigner Meta geht gegen die Hacker-Aktivitäten von Cyber-Spionagefirmen vor. Rund 1500 Scheinkonten von sieben Organisationen seien auf Facebook, Instagram und WhatsApp gesperrt worden, teilte Meta am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Ein halbes Dutzend private Unternehmen hätte rund 50.000 Menschen in mehr als 100 Ländern über die verschiedenen Plattformen ins Visier genommen. Die betroffenen Nutzer leben Facebook zufolge unter anderem in den USA, Neuseeland, Mexiko, Hongkong und Polen. Sie seien zunächst beobachtet und auskundschaftet worden. Danach hätten die Firmen häufig versucht, über fingierte Accounts mit ihnen Kontakt aufzunehmen, um Überwachungssoftware auf ihre Geräte zu bringen. Die betroffenen Nutzer seien unterrichtet worden.

Die Überwachungsfirmen stammen offenbar aus Israel, Indien und Nordmazedonien. Auch eine nicht näher identifizierte Gruppe aus China habe versucht, Nutzer auszuspionieren. Als Basis für das Vorgehen gegen die Firmen verweist Meta darauf, dass sie gegen Nutzungsbedingungen verstoßen hätten. Meta gab nicht bekannt, wie es den Überwachungsfirmen auf die Schliche kam.

Das weltgrößte Internet-Netzwerk geht bereits gerichtlich gegen die Cyber-Spionagefirma NSO Group aus Israel vor, die von den USA erst kürzlich wegen ihrer "Pegasus"-Software auf eine schwarze Liste gesetzt wurde. Die Software soll gegen Nutzer des Chatdienstes WhatsApp eingesetzt worden sein. NSO versichert, Zugriff auf Werkzeuge der Firma hätten nur Behörden etwa zur Terrorbekämpfung. Zuletzt geriet das Unternehmen weiter unter Druck nach Vorwürfen, dass "Pegasus" gegen Menschenrechtler, Journalisten und US-Diplomaten verwendet worden sei.

Zu den nun betroffenen Firmen gehört Black Cube aus Israel, die für ihren Einsatz im Auftrag des ehemaligen Hollywood-Produzenten und Sexualstraftäter Harvey Weinstein in die Schlagzeilen gekommen sind.

rei/dpa-afx/Reuters