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Mario Kohle und die Energiekrise Enpal-Gründer will "nie wieder nicht profitabel" sein

Selten war das Thema Energie so wichtig. Der Start-up-Gründer erklärt im manager-magazin-Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger", wie er mit dem Boom auf seine Solar-Anlagen umgeht und wie er kommendes Jahr schon nahe einer Milliarde Euro Umsatz schreiben will.

In dem Großraumbüro hinter dem Berliner Ostbahnhof geht es um Verkaufen, Vertrieb, Sales! Lauter Menschen mit Headsets summen eine beachtliche Geräuschkulisse zusammen. Sie wollen Privatleute vom Mieten einer Solaranlage überzeugen – und von ihrem Arbeitgeber: Enpal.

Es sind Ausnahmezeiten. Gründer Mario Kohle (38) sei äußerst eingespannt, jede Sekunde seiner Zeit zähle, erklärt einer seiner Mitarbeiter, der sich "Chief Evangelist" des Milliarden-Start-ups nennt. Was das bedeutet erklärt Kohle dann selbst im manager-magazin-Podcast Deutschlands digitale Hoffnungsträger.

Die Energiekrise habe Enpal eine Menge Nachfrage beschert. In diesem Jahr rechne er mit einem Umsatz von rund 300 bis 400 Millionen Euro. Nächstes Jahr will er bereits "nah an die Milliarde" kommen. Und viel mehr noch: "Wir werden nie wieder nicht profitabel sein", was Ebitda und Cash angehe.

Das Start-up aus Berlin ist einer der Stars dieses ansonsten eher schwierigen Jahres in der deutschen Gründer- und Techszene. Bei Kohles Solar-Start-up klopfen daher nicht nur Kunden, sondern auch Investoren an. Eine Finanzierungsrunde zu einer noch höheren Milliardenbewertung soll derzeit in der Mache sein. Beteiligt haben sich in der Vergangenheit Geldgeber wie Softbank, Alexander Samwer (50) und der frühe Delivery-Hero-Investor Lukasz Gadowski (45).

"Wir haben 2000 Online-Bewerbungen jeden Monat nur für Installateure."

Kohle erzählt im Podcast, wie er mit der Lieferabhängigkeit der Solaranlagen von China umgeht. Angesichts der geopolitischen Spannungen begrüße er die "Bestrebungen, Produktionsstandorte wieder nach Amerika und nach Deutschland zu verlegen". Man müsse "viel mehr Solaranlagen bauen, und zwar überall auf der Welt".

Mit einer eigenen Akademie für die Handwerker, die Enpal für die Montage und Wartungen der Solaranlagen beschäftigt, versucht Kohle außerdem, den Fachkräftemangel zu umschiffen. "Wir haben 2000 Online-Bewerbungen jeden Monat nur für Installateure."

Die heutige Erfolgsgeschichte begann 2017. Kohle wollte die Firma damals erst einmal selbst finanzieren, erzählt er im Podcast. Das nötige Kapital hatte er aus dem Verkauf seiner ersten Firma; 2016 hatte er sein Unternehmen Käuferportal  an das das TV-Unternehmen ProSiebenSat.1 und den Finanzinvestor General Atlantic verkauft – für 100 Millionen Euro. "Dann war aber schnell klar, dass wir doch Investorengeld brauchten und mein Konto immer weiter runtertickerte."

Inzwischen blickt Kohle mit Abstand auf die wilde Anfangszeit. "Unternehmertum ist ein Handwerk, was man lernen kann", sagt er. "Und ich habe festgestellt, es ist eigentlich eher learning by losing." Eine seiner größten Erkenntnisse seiner Laufbahn sei: "Man muss als CEO und Unternehmer begreifen, dass man selbst immer das Bottleneck für alles in einer Firma ist."

Um sich weiterzuentwickeln, frage er permanent sein Umfeld, was sie glauben, was sein nächster Fehler sei. "Das sind Leute wie meine Eltern bis hin zu Selfmade-Milliardären, die bei uns investiert sind." Guten Rat kann man bei dem anvisierten Hyper-Wachstum sicherlich gebrauchen.

Erfahren Sie mehr im manager-magazin-Podcast Deutschlands digitale Hoffnungsträger
– in der aktuellen Folge mit Mario Kohle über Enpal oder in den bisher erschienen Folgen der neuen dritten Staffel:

1. Folge: Jörg Gerbig, COO JustEat Takeaway, über den Essensliefermarkt, seinen Konzern und die Lieferando-Gründung

2. Folge: Janna Ensthaler, Gründungspartnerin des 100-Millionen-schweren Green Generation Fund, über nachhaltiges Investieren.

Im Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" informiert und diskutiert mm-Redakteurin Christina Kyriasoglou mit ihrem Kollegen Mark Böschen und ausgewählten Gästen aus der deutschen Wirtschaft, welche Chancen die wichtigsten digitalen Hoffnungsträger haben, an die Weltspitze vorzustoßen und was die Krisen derzeit für sie bedeuten. Sie können den Podcast über manager magazin sowie auf Spotify , Apple , Deezer  und bei castbox  abonnieren.

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