Netzreaktionen auf Musks Twitter-Offerte "Kann mir bitte jemand sagen, ob ich reich oder gefeuert bin?"

Der reichste Mann der Welt kauft Twitter? Was viele bis zuletzt für unwahrscheinlich hielten, scheint zu passieren. Immerhin blieb Internetnutzern genug Zeit, Möchtegern-Witze über diese Nachricht vorzubereiten.
Tesla-Chef Elon Musk: Ein Enfant terrible steht kurz davor, Twitter zu übernehmen

Tesla-Chef Elon Musk: Ein Enfant terrible steht kurz davor, Twitter zu übernehmen

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Mehr als vier Jahre ist es her, da hat Elon Musk noch selbst über eine Twitter-Übernahme gewitzelt. Wenn es denn ein Witz war. »Ich liebe Twitter«, hatte der Tesla-Chef geschrieben, woraufhin ein Podcast-Host antwortete: »Dann solltest du es kaufen.« Musk reagierte darauf und fragte: »Wie viel kostet es?« Dann postete Musk ein Emoji mit lächelndem Gesicht, das auf dem Kopf steht.

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Jetzt, Ende April 2022, wirkt der Online-Wortwechsel von Ende 2017 surreal. Auch Dave Smith, der Podcast-Host von damals, kommentiert dazu: »Dieser Austausch verfolgt mich noch immer.« Wie am Montagabend deutscher Zeit bekannt wurde, wird Elon Musk Twitter wohl wirklich kaufen, für 44 Milliarden Dollar.

Bei dem Kurznachrichtendienst könnte also bald jener Multimilliardär das Sagen haben, der Twitter seit Jahren als Bühne für seine Netzshow begreift, die oft aus Memes, Andeutungen und Provokationen besteht. Am vergangenen Wochenende beispielsweise hatte Musk ein Bild verbreitet, das ein Foto von Bill Gates neben einem Schwangerer-Mann-Emoji zeigt. Sein Kommentar dazu: »Für den Fall, dass Sie schnell einen Ständer verlieren müssen.« Elon Musk ist kein normaler Investor, sondern ein Enfant terrible, ein »Irritainer«.

Die Nutzerschaft von Twitter, bestehend aus rund 300 Millionen Menschen, reagierte sehr unterschiedlich auf die Nachricht, dass sein Twitter-Kauf wohl tatsächlich zustande kommt. Manche Mitglieder freuten sich angesichts von Musks Andeutungen der vergangenen Wochen, er wolle die auf Twitter angeblich eingeschränkte Meinungsfreiheit stärken. Andere gaben zu Protokoll, dass ihnen genau dieses Raunen Sorgen mache – die Moderation auf Twitter gilt seit Jahren als wenig professionell. Einige Twitter-Nutzer riefen vor diesem Hintergrund zum Wechsel zu Alternativen wie Mastodon auf.

Der Autor David Rothkopf schrieb mit Bezug auf eine Top-Liste von »Forbes« aus dem Vorjahr, der damals reichste Mann in den USA, Jeff Bezos, sei Eigentümer der Zeitung »Washington Post«. Die damalige Nummer zwei der Liste, Musk, besitze jetzt Twitter. »Nummer drei ist Eigentümer von Facebook. Die Nummern fünf und sechs haben Google gegründet. Die Nummern vier und neun haben Microsoft gegründet. Nummer zehn ist Eigentümer von Bloomberg.« »Redefreiheit?«, fragte Rothkopf dazu. »Das musst du entscheiden.«

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Wie groß ist die Panik in der Twitter-Zentrale?

Zahlreiche Twitter-Nutzer machten am Montagabend aber auch, was sie immer machen, wenn überraschende Nachrichten über die Plattform rollen: Sie nutzten die News als Steilvorlage für markige Sprüche und Witze. So stellten sich Nutzer mithilfe von GIFs und Videoclips vor, wie man in der Twitter-Zentrale auf Musk reagieren könnte – etwa mit vor Aufregung schreiend verordneter Ruhe.

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Laut Berichten von US-Journalisten ist diese Idee gar nicht so weit von der Realität entfernt. Jemand, der in Großbritannien für Twitter arbeitet, twitterte am Montagabend selbst: »Kann mir bitte jemand sagen, ob ich reich oder gefeuert bin?«

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Was die Twitter-Mitglieder angeht, zeigte sich die US-TV-Persönlichkeit Carol Roth derweil schon Mitte April überzeugt, dass Musks geplantes Milliarden-Investment kaum Nutzer verschrecken wird. Der Spruch »Ich werde Twitter verlassen, wenn Elon Musk die Macht übernimmt« sei das neue »Ich werde nach Kanada ziehen, wenn Trump gewinnt«, prognostizierte sie. Etwas, das drastisch klingt, dem aber kaum jemand Taten folgen lässt. Ähnliche Sprüche verbreiteten sich auch am Montag rasant.

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Andere Twitter-Mitglieder nutzen die kursierenden Abwanderungsfantasien als Vorwand, um bereits eingestellten oder gänzlich irrelevanten Plattformen hinterherzutrauern. So heißte es auf dem Account von »Herr von und zu Halbgeviertstrich«: »Wir wussten alle, dass der Moment kommt, an dem wir das Ende von StudiVZ bereuen werden.« StudiVZ war Ende März eingestellt worden – nach vielen Jahren Bedeutungslosigkeit.

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Ein junger SPD-Politiker namens Tim Vollert regte dazu an, ihm jetzt auf »auf der besten Social-Media-Plattform« zu folgen, »dem SPD-Online-Themenforum«. Auf einem Screenshot seines Benutzerkontos heißt es, er habe dort bisher exakt zwei Freunde.

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Erinnerungen an Jack Dorsey

US-Comedian Mike Drucker widmete sich dem Selbstbild der Twitter-Nutzer. »Elon Musk mag Twitter verändern«, kommentierte er, »aber an einem kann er nichts ändern: an unserer Würde (die hatten wir nie).« Außerdem prognostizierte er: »Wenn Elon Musk Twitter kauft, melde ich mich nie wieder an, bis ich fünf Minuten später gelangweilt bin und die App gedankenlos öffne.«

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Auch der Twitter-Account »Allen Ivermectin« warnte davor, die bisherige Situation auf der Plattform zu verklären. »Wenn du wütend bist, dass Twitter von einem reichen libertären Spinner geleitet werden wird, google Jack Dorsey«, hieß es dort mit Verweis auf den Twitter-Mitgründer, der bis Ende 2021 Chef des Dienstes war.

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Ein anderer Nutzer, der sich »Coldplayer« nennt, malte sich aus, was Musk nach dem Twitter-Kauf vorhaben könnte – vielleicht ja einen Einkauf bei Amazon? Einen Einkauf in dem Sinne, dass Musk gleich den ganzen Laden in seinen virtuellen Warenkorb legt?

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Ein Nutzer namens Meeru Ansari verbreitete lieber eine Idee davon, wie es aussehen könnte, wenn Musk mit seinen Milliarden bei Twitter aufschlägt.

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Auch neue Twitter-Logos wurden bereits erfunden, etwa in Anspielung auf Tesla und ein bekanntes Musk-Interview, bei dem dieser zu einem Joint griff.

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Der Comedy-Autor Miguel Robitzky drohte Elon Musk derweil: »FINGER WEG VON MEINEM ENTWÜRFEORDNER, MR. MUSK!!!«

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Trump will angeblich bei Truth Social bleiben

In der Nacht zum Dienstag widmeten sich auch viele Trump-Parodie-Accounts der geplanten Twitter-Übernahme. Der echte Donald Trump , der auf der Plattform gesperrt ist, reagierte jedoch abweisend. Er wolle in seinem eigenen, als Flop geltenden Netzwerk Truth Social bleiben, teilte der ehemalige US-Präsident mit.

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Einen Ausweg aus dieser Situation skizzierte der Quatsch-Account »Donald J. Drumpf«. Dort wurden Trump folgende Worte in den Mund gelegt: »Ich habe nicht vor, mein Gesicht jemals wieder auf Twitter zu zeigen! Es sei denn, Elon Musk macht mir ein Angebot für Truth Social, das ich nicht ablehnen kann! 99,99 Dollar und es gehört ihm.«

mbö