Laut Elon Musk Apple droht mit Sperre der Twitter-App

Seit der Übernahme von Twitter durch den Techmilliardär Elon Musk lassen viele Unternehmen ihre Werbung auf der Plattform ruhen. Nun will der Konzern Apple offenbar die App sogar aus seinem Online-Store entfernen.
Bald nicht mehr in Apples App-Store?: Die Twitter-App

Bald nicht mehr in Apples App-Store?: Die Twitter-App

Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV / AFP

Apple hat nach Darstellung des neuen Twitter-Chefs Elon Musk (51) damit gedroht, die App des Textdienstes nicht mehr über seinen Online-Store zu vertreiben. Als Teil einer Reihe von Tweets, die unter anderem an Apple-Chef Tim Cook (62) gerichtet waren, schrieb Musk: "Apple hat auch damit gedroht, Twitter aus seinem App Store zu verbannen, will uns aber nicht sagen, warum."

Zudem erklärte Musk, Apple habe zum großen Teil damit aufgehört, über Twitter Werbung zu schalten. "Hassen sie die Meinungsfreiheit in Amerika?" Der Tesla-Chef warf dem iPhone- und Mac-Hersteller weiter vor, Druck bezüglich der Kontrolle von Inhalten auszuüben.

Eine Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor. Der Konzern forciert regelmäßig die Umsetzung seiner Regeln für Inhalte. Dies hat etwa zur Entfernung der Apps Gab und Parler aus dem Online-Angebot geführt, die bei Konservativen in den USA beliebt sind. Parler kehrte zurück, nachdem die Macher nach eigenen Angaben die Inhalte angepasst und die Kontrollstrukturen überarbeitet hatten. Apple hat der Werbeforschungsfirma Pathmatics zufolge zwischen dem 10. und 16. November 131.600 Dollar für Werbung auf Twitter ausgegeben nach 220.800 Dollar vom 16. bis zum 22. Oktober – die Woche, bevor Musk den Kauf von Twitter abschloss.

Seit der Übernahme mit einem Volumen von 44 Milliarden Dollar haben eine ganze Reihe von Unternehmen von Audi of America bis General Mills ihre Werbung auf Twitter eingestellt oder ruhen lassen. Die Plattform hat laut früheren Angaben von Musk einen massiven Rückgang beim Umsatz erlitten, der zu 90 Prozent auf Werbung beruht. Der Milliardär machte dafür Aktivisten verantwortlich, die Druck ausgeübt hätten.

Musk bezeichnet sich selbst als einen Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit. In den vergangenen Tagen hat er unter anderem die Twitter-Sperre des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump (76) aufgehoben. Bürgerrechtsgruppen riefen daraufhin Werbekunden dazu auf, sich von dem Dienst fernzuhalten.

hr/reuters
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