Wettlauf von Dyson, Amazon, Samsung und Google Das können die Haushaltshelfer der Zukunft

Die Generation Roboter marschiert in die Wohnungen: Schon bald können Maschinen den gesamten Haushalt führen. Doch wer erobert den hart umkämpften Markt? Diese Firmen sind im Rennen.
Rollende Alarmanlage, Videotelefon-Assistent und Getränkehalter: Ende 2021 präsentierte Amazon seinen rollenden Miniroboter "Astro"

Rollende Alarmanlage, Videotelefon-Assistent und Getränkehalter: Ende 2021 präsentierte Amazon seinen rollenden Miniroboter "Astro"

Foto: --- / dpa

Staubsaugen, Wischen, Rasenmähen, den Grill reinigen und die Wohnung bewachen – immer mehr Unternehmen erweitern ihr Geschäft auf Roboter für den Haushalt. Gerade erst hat Dyson angekündigt, Roboterhände zu entwickeln, die nach Gegenständen greifen können. Damit sollen auch Hausarbeiten wie Wäschewaschen oder das Einräumen der Geschirrspülmaschine in Zukunft möglich sein.

Bis Ende des Jahrzehnts soll die Technik nach Unternehmensangaben in die Haushalte kommen. Für das Robotik-Zentrum baute Dyson einen Hangar auf dem britischen Flugplatz Hullavington um. Allein in diesem Jahr will die britische Firma 250 Robotik-Ingenieure in den Bereichen Computer Vision, maschinelles Lernen, Sensoren und Mechatronik einstellen. 700 weitere Robotik-Spezialisten sollen folgen. Dyson-Chefingenieur Jake Dyson leitet die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Doch Dyson ist nicht allein. Der Markt für die digitalen Haushaltshilfen ist hart umkämpft – und wächst rasant. Die International Federation of Robotics (IFR) prognostiziert weltweit im Jahr 2025 bereits knapp 23 Millionen verkaufte Haushaltsroboter, die zum Staubsaugen, Wischen und Rasenmähen eingesetzt werden.

Die Steigerungsraten sind groß. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Haushaltsroboter im Wert von 6,7 Milliarden US-Dollar verkauft. Bis 2023 sollen es zehn Milliarden US-Dollar werden. In etwa jedem zehnten deutschen Haushalt sind schon jetzt Staubsaugerroboter anzutreffen.

Die Robotervisionen der Tech-Riesen

Dysons Konkurrenten wie der Saugroboter-Spezialist iRobot entwickeln auch Haushaltshelfer mit Händen. "Wir sind an einem Punkt, an dem wir die Umgebung, in der wir agieren, allmählich verstehen, so dass wir so etwas machen können", sagte iRobot-Chef Colin Angle im vergangenen Jahr. Noch sei aber offen, was genau die Aufgabe eines ersten Haushaltsroboters mit Armen und Händen sein werde, schränkte er ein.

Während iRobot "allmählich versteht, dass es so etwas machen kann", haben andere Unternehmen schon neue digitale Haushaltshelfer entwickelt. Im Dezember 2019 stellte Google-Schwester "X" das "Everyday Robots"-Projekt vor. Das Ziel: alltagstaugliche Roboter, die sich in unstrukturierten Umgebungen bewegen und neue Aufgaben lernen können. Heute kommen sie bereits auf dem Google-Campus zum Einsatz. Mehr als 100 dieser Roboter-Prototypen sind laut Google in den eigenen Büros unterwegs.

Die "Everyday Robots" öffnen Türen, putzen Fenster, reinigen Tische und leeren den Papierkorb. Orientieren kann sich der Roboter mittels maschinellem Sehen und den Kameras am beweglichen Kopf.

Auch der Elektronik-Riese Samsung hat bereits den Prototypen "Bot Handy" entworfen, der eine Geschirrspülmaschine einräumen, herumliegende Wäsche einsammelen und den Tisch decken kann. Der in der Entwicklung befindliche Roboter soll Künstliche Intelligenz nutzen, um Objekte unterschiedlichen Gewichts, Größe und Form zu erkennen und diese aufzuheben. Noch in diesem Jahr folgt nach Unternehmensangaben das Schwestermodell "Bot I": Der Roboter kann seinem Besitzer autonom durch die Wohnung folgen, als eine Art selbstfahrender Tablet-Computer.

Amazons rollende Alarmanlage, Teslas große Pläne

Und weiter: Ende 2021 zeigte der Internetgigant Amazon seinen rollenden Miniroboter "Astro". Saubermachen gehört allerdings nicht zu Astros Aufgaben. Er dient als rollende Alarmanlage, Videotelefon-Assistent und Getränkehalter. Die Kamera kann der Roboter an einer Stange bis zu einem Meter ausfahren, um über störende Hindernisse hinwegzusehen. Gegen Einbrecher soll er sogar übergriffig werden können."Wir glauben, dass in fünf bis zehn Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben wird", sagte Amazons Gerätechef Dave Limp vor einem Jahr.

Nun legt Tesla-Chef Elon Musk (50) noch einen drauf: Bereits im vergangenen Jahr kündigte er an, einen Roboter zu bauen, der alle Aufgaben übernehmen soll, auf die Menschen keine Lust hätten. Dieser könne sogar "wichtiger als das Automobilgeschäft" werden, wie er auf Twitter schrieb. Jetzt folgen Taten. Im September will Musk seinen humanoiden Roboter vorstellen. 1,73 Meter groß, 57 Kilo schwer, 20 Kilo Tragfähigkeit, Name: Optimus. Er soll alltägliche Aufgaben übernehmen, wie Einkaufen und eines Tages sogar Alten- und Krankenpflege. Musk will dafür die Künstliche Intelligenz, die Tesla unter anderem auch für die Elek­troautos entwickelt. Seine Batteriefahrzeuge seien ohnehin "Roboter auf Rädern".