Kurseinbruch beim Uber-Rivalen Didi-Aktie stürzt nach Eingriff Pekings ab

Das Download-Verbot Pekings für die Didi-App hat an der Börse eine heftige Kursreaktion ausgelöst. Da am Montag wegen eines Feiertags kein Handel an der Wall Street stattfand, können Anleger erst heute darauf reagieren.
Absturz: Die Aktie des Börsenneulings Didi reagiert mit einem Kurssturz auf den Nackenschlag aus Peking

Absturz: Die Aktie des Börsenneulings Didi reagiert mit einem Kurssturz auf den Nackenschlag aus Peking

Foto: FLORENCE LO / REUTERS

Nach dem jüngsten Verkaufsverbot der Didi-App geht es für die Aktien des chinesischen Uber-Rivalen Didi Chuxing im vorbörslichen US-Handel deutlich bergab. Die Titel des Börsenneulings verlieren rund 25 Prozent. Die chinesische Behörde für Cyberspace (CAC) hatte am Sonntag Smartphone-App-Stores verboten, die Didi-App weiter zum Herunterladen anzubieten. Das Unternehmen soll persönliche Nutzerdaten illegal gesammelt haben, so die offizielle Begründung für das Einschreiten Pekings. Beobachter zeigten sich überrascht, dass sich die chinesische Regierung plötzlich so stark für den Schutz persönlicher Nutzerdaten interessiert.

Der Vorstand von Didi geht davon aus, dass die Deaktivierung der App den Umsatz in China schmälern könnte. Nutzer, die die App bereits heruntergeladen haben, können diese jedoch weiter nutzen.

Für den Börsenneuling Didi ist das Verkaufsverbot ein harter Schlag: Didi war erst vergangene Woche an die New Yorker Börse gegangen und hatte dabei 4,4 Milliarden Dollar eingenommen. Am Montag hatte wegen eines Feiertags kein Handel an der Wall Street stattgefunden - deshalb können die Anleger in den USA erst heute auf das Einschreiten Pekings reagieren.

Didi will App korrigieren

Didi teilte mit, dass es die Registrierung neuer Benutzer bereits zum 3. Juli gestoppt habe und nun daran arbeite, seine App gemäß den regulatorischen Anforderungen zu korrigieren. Nutzer, die die App bereits installiert haben, könnten sie normal weiter nutzen. Man werde vollumfänglich kooperieren, teilte der Uber-Rivale mit.

Bei seinem Börsendebüt am Mittwoch waren die Papiere von Didi zunächst deutlich gestiegen, womit das Unternehmen zeitweise einen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar erreicht hatte. Zum Vergleich: Der US-Rivale Uber bringt es zurzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 95 Milliarden Dollar.

Die Aufsichtsbehörden in Peking hatten zuletzt eine ganze Reihe chinesischer Internetfirmen ins Visier genommen und strengere Regeln für sie angekündigt. Im April hatten Chinas Wettbewerbshüter eine Rekordstrafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Euro) gegen den chinesischen Internetriesen Alibaba verhängt, die dem Konzern von Jack Ma (56) einen hohen Quartalsverlust einbrockte. Im vergangenen Jahr musste Alibaba zudem kurzfristig auf Anordnung der Behörden den Börsengang seiner Finanztochter Ant Group absagen.

la, rei/dpa-afx
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