Neuer Schlag gegen Tech-Konzerne Peking stoppt Download der Didi-App

An der US-Börse sammelte Didi vor wenigen Tagen Milliarden ein. Nun geht Peking massiv gegen den Fahrdienstvermittler vor und verbannt den Uber-Rivalen aus den App-Stores.
Vorerst kein Download: Chinesische Behörden haben die App des chinesischen Fahrdienstvermittlers Didi aus dem App-Store verbannt

Vorerst kein Download: Chinesische Behörden haben die App des chinesischen Fahrdienstvermittlers Didi aus dem App-Store verbannt

Foto: FLORENCE LO / REUTERS

China setzt sein strenges Regime gegen Technologie-Konzerne fort: Kurz nach dem milliardenschweren Börsengang in den USA geht Peking auch gegen den chinesischen Fahrdienstvermittler Didi Chuxing vor. Die Cyberspace-Aufsichtsbehörde ordnete am Sonntag die Löschung der Didi-App aus chinesischen AppStores an. Bei einer Untersuchung seien "schwerwiegende Verstöße" bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Didi festgestellt worden, hieß es. Das Unternehmen müsse die Probleme zunächst lösen.

Didi teilte mit, dass es die Registrierung neuer Benutzer bereits zum 3. Juli gestoppt habe und nun daran arbeite, seine App gemäß den regulatorischen Anforderungen zu korrigieren. Nutzer, die die App bereits installiert haben, könnten sie normal weiter nutzen. Man werde vollumfänglich kooperieren, teilte der Uber-Rivale mit.

Die Didi-Aktie war bereits am Freitag um mehr als fünf Prozent gefallen, nachdem die Aufsichtsbehörde eine Untersuchung des Unternehmens bekannt gegeben hatte. Bei seinem Börsendebüt am Mittwoch waren die Papiere von Didi zunächst deutlich gestiegen, womit das Unternehmen zeitweise einen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar erreicht hatte. Zum Vergleich: Der US-Rivale Uber bringt es zurzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 95 Milliarden Dollar.

Die Aufsichtsbehörden in Peking hatten zuletzt eine ganze Reihe chinesischer Internet-Firmen ins Visier genommen und strengere Regeln für sie angekündigt. Im April hatten Chinas Wettbewerbshüter eine Rekordstrafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Euro) gegen den chinesischen Internet-Riesen Alibaba verhängt, die dem Konzern von Jack Ma (56) einen hohen Quartalsverlust einbrockte. Im vergangenen Jahr musste Alibaba zudem kurzfristig auf Anordnung der Behörden den Börsengang seiner Finanztochter Ant Group absagen.

rei/dpa-afx
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