Partnerschaft mit OVHcloud Deutsche Telekom plant die Europa-Cloud

Die Pläne für eine europäische Alternative zu Amerikas Cloud-Diensten werden konkret. Die Deutsche Telekom und der französische Webhoster OVHcloud verbünden sich, um die EU-Initiative Gaia-X mit Leben zu füllen.
Telekom-Chef Tim Höttges

Telekom-Chef Tim Höttges

Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Deutsche Telekom und das französische Unternehmen OVHcloud wollen gemeinsam eine Cloud-Plattform für besonders sensible Daten entwickeln und damit den US-Internetriesen Paroli bieten. Ziel dieser Partnerschaft sei es, für den deutschen, den französischen und weitere europäische Märkte ein vertrauenswürdiges Cloud-Angebot zu machen, teilten die Firmen am Montag mit. Das Angebot solle ab Anfang 2021 zur Verfügung stehen. Es richte sich an die speziellen Bedürfnisse des öffentlichen Sektors sowie an wichtige Infrastrukturbetreiber und Unternehmen aller Größenordnungen, die in strategischen oder sensiblen Bereichen von öffentlichem Interesse tätig seien.

Die Partnerschaft gilt als erste, um die europäische Cloud-Initiative Gaia-X mit Leben zu füllen. "Die Deutsche Telekom ist ein starker Befürworter einer souveränen europäischen Cloud", erklärte der für das Cloud-Geschäft verantwortliche Telekom-Manager Frank Strecker. Die beiden Unternehmen versprachen "ein vertrauenswürdiges Public-Cloud-Angebot für alle Branchen, in denen Datensouveränität und DSGVO-Konformität eine bedeutende Rolle spielen". Das Angebot werde ab Anfang 2021 zur Verfügung stehen.

Der Cloud-Markt wächst kräftig. Die Experten von Gartner rechnen für dieses Jahr mit einem Wachstum von 6,3 Prozent auf 257,9 Milliarden Dollar (rund 218 Milliarden Euro). Angetrieben wird dies noch durch den zunehmenden Anteil der Beschäftigten im Homeoffice, wodurch sichere Speicher an Bedeutung gewinnen. Der Marktanteil der US-Techriesen Amazon, Microsoft und Google wird auf 60 Prozent geschätzt. Als einziger nennenswerter Konkurrent außerhalb der USA gilt der chinesische Konzern Alibaba.

OVHcloud ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Webhosting. Das Unternehmen betreibt 400.000 Server in 30 eigenen Rechenzentren.

ak/reuters
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