Anteilsaufstockung geplant Telekom-Chef Höttges will seine Cashcow melken

Die Deutsche Telekom will offenbar die Mehrheit an ihrer Mobilfunktochter T-Mobile US übernehmen. Das könnte dem hoch verschuldeten Konzern helfen, die milliardenschweren Investitionen in das deutsche Glasfasernetz zu stemmen.
Teurer 5G-Ausbau: Telekom-Chef Tim Höttges muss irgendwie zu Geld kommen

Teurer 5G-Ausbau: Telekom-Chef Tim Höttges muss irgendwie zu Geld kommen

Foto: Oliver Berg / picture alliance/dpa

Die Deutsche Telekom will Kreisen zufolge ihren Anteil am amerikanischen Mobilfunker T-Mobile US aufstocken. Die Deutschen zielten auf eine Mehrheitsbeteiligung bei dem Unternehmen, berichteten die Nachrichtenagentur Bloomberg  unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person sowie das "Handelsblatt " unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ein Sprecher der Telekom wollte sich am Mittwoch nicht zu den Spekulationen äußern. Für die Aktien beider Unternehmen ging es an einer insgesamt schwachen Börse abwärts.

Die Anteilsaufstockung ist für den hoch verschuldeten Dax-Konzern allerdings eine Mammutaufgabe. Telekom-Chef Timotheus Höttges (58) könnte sie jedoch unter anderem über den kürzlich verkündeten Aktienrückkauf von T-Mobile US bewerkstelligen. Die US-Tochter, die finanziell deutlich besser dasteht, will bis zu 60 Milliarden Dollar in den Kauf eigener Anteilsscheine investieren. Wie das "Handelsblatt" berichtet, steigt durch den Rückkauf nach Berechnungen der US-Bank JP Morgan der Anteil der Telekom an T-Mobile von 43 auf 51 Prozent.

Eine weitere Möglichkeit ist dem Bericht zufolge das lukrative Vorkaufsrecht, dass der Sprint-Großaktionär Softbank der Telekom bei der Fusion von T-Mobile US mit Sprint im April vergangenen Jahres einräumte. Demzufolge braucht der Bonner Konzern für die T-Mobile-Aktien nur 101 Dollar zu zahlen - derzeit werden die Papiere für 140 Dollar je Stück gehandelt.

Kraft für Investitionen in das Glasfasernetz

Die Telekom könnte mit der Anteilsaufstockung weiter von der Wertsteigerung von T-Mobile US profitieren und dadurch auch die vom Großaktionär Bund geforderten Investitionen in die Infrastruktur mit schnellen Glasfasern bewerkstelligen. Telekom-Chef Höttges räumte jüngst in der "Welt am Sonntag" selbst ein, wie abhängig der Konzern inzwischen von der Tochter ist: "Ohne die amerikanische Wertschöpfung wären wir wohl nicht in der Lage, in Europa die Investitionen für den Ausbau des Glasfasernetzes bis in die Wohnungen so zu stemmen, wie wir das gerade machen."

Die Telekom-Aktie  notierte zuletzt 0,7 Prozent schwächer. Dem "Handelsblatt" und Bloomberg zufolge will Telekom-Chef Höttges seine Pläne, in die Mehrheit zu gehen, beim Kapitalmarkttag am Donnerstag vorstellen.

mg/dpa-afx
Mehr lesen über Verwandte Artikel