Telekom-Tochter überholt AT&T T-Mobile US wird zweitgrößter Mobilfunker

T-Mobile-US-Chef Sievert ist seinem Ziel ein Stückchen näher gekommen: Die Telekom-Tochter überholte ihren Wettbewerber AT&T und ist nun die Nummer zwei auf dem US-Markt. Zu verdanken hat Sievert das aber nicht nur der Übernahme von Sprint.
Auch Mike Sievert versteht den lockeren Auftritt: Der neue T-Mobile US-Chef hat zur Pressekonferenz zum zweiten Quartal am 6. August gute Nachrichten zu verkünden

Auch Mike Sievert versteht den lockeren Auftritt: Der neue T-Mobile US-Chef hat zur Pressekonferenz zum zweiten Quartal am 6. August gute Nachrichten zu verkünden

Foto: Stephen Brashear/ AP

Sie hatten es angekündigt: "Wir wollen die Nummer eins werden", hatten Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges (57) und der seinerzeit noch designierte T-Mobile-Chef Mike Sievert (52) im Gespräch mit manager magazin erklärt. Mit den in der Nacht veröffentlichten Zahlen der US-Mobilfunktochter ist Sievert dem Ziel einen großen Schritt nähergekommen.

T-Mobile US hat den Wettbewerber AT&T überholt und ist nun der zweitgrößte Mobilfunker in den Vereinigten Staaten, wie der jetzige CEO Sievert erklärte. Selbstverständlich trug die Fusion mit Sprint dazu bei, doch konnte die Telekom-Tochter in der Krise offenbar mit ihrem Angebot überzeugen und fortgesetzt neue Kunden hinzugewinnen.

T-Mobile US hat jetzt 98 Millionen Kunden

Der US-Mobilfunker hatte sich als günstiger Anbieter noch unter dem ehemaligen Chef John Legere (63) einen Namen gemacht und damit den Platzhirschen Verizon und AT&T Kunden weggeschnappt. Nun hat T-Mobile US die Nummer zwei eingeholt, kommt auf mehr als 98 Millionen Vertragskunden sowie Prepaid-Karten-Besitzer, wie das Unternehmen am späten Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. AT&T  zählte zuletzt knapp 93 Millionen.

Die Telekom-Tochter gewann bereinigt im zweiten Quartal aber auch 1,2 Millionen Kunden hinzu, so viel wie kein anderer Wettbewerber.

Wie T-Mobile US weiter mitteilte, sind die Erlöse um fast 61 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar geklettert. Das Sprint-Ergebnis ist hier zum ersten Mal eingerechnet. T-Mobile US führte das Wachstum unter anderem darauf zurück, dass in der Krise mehr Menschen Telekommunikationsdienste nutzen, um miteinander in Kontakt zu bleiben und von zu Hause zu arbeiten.

Die Aktie  sprang nachbörslich mehr als 7 Prozent in die Höhe.

Kosten der Fusion drücken Konzerngewinn deutlich

Unter dem Strich ging es für das Unternehmen nach unten. Kosten im Zusammenhang mit der im April nach langem Hin und Her abgeschlossenen Fusion drückten den Überschuss auf 110 Millionen Dollar nach 939 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Zudem belasteten Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Krise und geschlossene Filialen.

Der T-Mobile-US-Mutterkonzern Deutsche Telekom gibt am 13. August Einblick ins abgelaufene Quartal.

 

rei/dpa/Reuters
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