Prognose angehoben Deutsche Börse profitiert von turbulenten Märkten

Die Deutsche Börse legt einen überraschend starken Jahresstart hin. Der Gewinn im ersten Quartal steigt deutlich, das stimmt den Vorstand optimistischer für das Gesamtjahr.
Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer kann den unruhigen Märkten durchaus Positives abgewinnen, denn dann steigen in der Regel die Erlöse

Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer kann den unruhigen Märkten durchaus Positives abgewinnen, denn dann steigen in der Regel die Erlöse

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Bisher strebte die Deutsche Börse für das laufende Jahr Nettoerlöse in Höhe von 3,8 Milliarden Euro an. Diese Marke soll nun übertroffen werden, teilte der Betreiber des Frankfurter Marktplatzes am Montagabend nach Börsenschluss mit. Auch die ursprünglich angepeilten 2,2 Milliarden Euro beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will der Konzern nun überbieten.

Wegen des Krieges in der Ukraine, steigender Rohstoffpreise und globaler Lieferengpässe habe die Verunsicherung am Markt zugenommen, hieß es weiter. Das habe zu mehr Handelsvolumen in nahezu allen Anlageklassen geführt. Außerdem sei der Bedarf gestiegen, Investments mit Derivaten abzusichern. Diese gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen der Deutschen Börse.

Ergebnis steigt um fast ein Drittel, Erlöse klettern um ein Viertel

Vor diesem Hintergrund steigerte das Unternehmen seine Nettoerlöse in den ersten drei Monaten zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel (24 Prozent) auf 1,06 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der Erlöse stammt aus dem neuen Segment "Trading & Clearing", in dem der Konzern den Handel mit Derivaten, Aktien und Rohstoffen bündelt.

Das operative Ergebnis des Konzerns kletterte um knapp ein Drittel (32 Prozent) auf 687,4 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben im ersten Quartal 421 Millionen Euro als Gewinn hängen, ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

"Das erste Quartal 2022 lag deutlich über unseren Erwartungen", bilanzierte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer (59) in einer Mitteilung. Das außergewöhnliche Wachstum stamme gleichermaßen aus zyklischem Rückenwind, eigener Kraft und Zukäufen.

Das Management der Deutschen Börse um Konzernchef Theodor Weimer (62) hat sich zum Ziel gesetzt, in den Jahren bis 2023 auch mithilfe von Übernahmen im Jahresdurchschnitt zehn Prozent Wachstum zu erzielen - sowohl bei den Nettoerlösen als auch beim operativen Ergebnis.

rei/DPA