Creandum Spotify-Investor mit neuem 500-Millionen-Dollar Fonds

Der Investor Creandum legt einen neuen Fonds mit einer halben Milliarde Dollar für Start-ups auf. Inzwischen ist jede achte Firma im Portfolio mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet.
Das Investmentteam von Creandum mit General Partner Simon Schmincke (3.v.l.)

Das Investmentteam von Creandum mit General Partner Simon Schmincke (3.v.l.)

Foto: Paul Clarke

Der Boom im europäischen Wagniskapital geht ungebremst weiter: Der Geldgeber Creandum schließt seinen sechsten und größten Fonds für Start-up-Investments mit 500 Millionen US-Dollar. Die Gesellschaft hat sich bisher etwa an Tech-Schwergewichten wie der Musikplattform Spotify, dem Fintech Klarna  oder des Trading-Anbieters Trade Republic  beteiligt.

"Wir hätten auch eine Milliarde Dollar einsammeln können", sagt Simon Schmincke (37), General Partner bei Creandum im Berliner Büro. Der Fonds wolle sich aber verstärkt auf Beteiligungen an den noch jüngeren Start-ups konzentrieren. Da dort die Summen niedriger sind, wäre zu viel Kapital in der begrenzten Fondslaufzeit schlecht zu verteilen.

Angesichts der Kapitalflut für Start-ups ist es für Risikofinanziers immer schwieriger geworden, sich an den vielversprechenden Firmen zu beteiligen. Vorpreschende Hedgefonds, allen voran Tiger Global , haben dem Kampf um die besten Start-up-Investitionen neue Geschwindigkeit verliehen und den Unternehmen schwindelerregnde Bewertungen beschert. "Viele Start-ups haben heute sieben, acht oder neun Angebote auf dem Tisch", sagt Schmincke. "Die Zeit, in der die Investoren sich jeden Deal aussuchen konnten, ist vorbei."

Sich früher zu beteiligen, soll Creandum den Zugang zu guten Firmen auch in der Zukunft sichern. Außerdem erzielten die jungen Beteiligungen aus dem eigenen Portfolio laut Schmincke überdurchschnittlich oft hohe Anschlussfinanzierungen: Bei Creandum liege die Zahl bei 75 Prozent der Start-ups. Laut einer Studie der Datenbank Dealroom beträgt der Durchschnitt unter Top-Investoren 41 Prozent.

Creandum, ursprünglich in Stockholm gegründet, unterhält neben Berlin noch Büros in San Francisco und neuerdings in London. Kürzlich kam dort als Partnerin Sabina Wizander hinzu. Laut Schmincke liege die Performance des schlechtesten Creandum-Fonds bei einer Versechsfachung des investierten Kapitals; der beste bei einer Verdreizehnfachung.

kyr