Betriebssysteme von Apple und Google Corona-Warntechnik in Smartphones künftig serienmäßig enthalten

Es klingt nach einer technischen Petitesse, ist es aber nicht: Apple und Google verankern Corona-Warn-Technologien nun im Betriebssystem, also ganz tief in ihren Smartphones. Das könnte grenzüberschreitend etwas bringen.
Startbildschirm der deutschen Corona-Warn-App: Künftig ist die notwendige Technik direkt im Betriebssystem enthalten

Startbildschirm der deutschen Corona-Warn-App: Künftig ist die notwendige Technik direkt im Betriebssystem enthalten

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Stefan Jaitner/ DPA

Apple und Google geben Regierungen die Möglichkeit, eine Corona-Warn-Infrastruktur auf Smartphones auch ohne eine gesonderte App aufzusetzen. Google integriert dafür die nötige Funktionalität direkt in das Betriebssystem Android, Apple in die Version 13.7 des iOS-Systems seiner iPhones. Die Nutzer werden gefragt, ob sie an der Nachverfolgung teilnehmen wollen. Bestehende Corona-Warn-Apps werden weiterhin funktionieren, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Die Technologie soll helfen, die Coronavirus-Ausbreitung zu stoppen, indem Nutzer gewarnt werden, wenn sie sich neben einer infizierten Person aufhalten. Smartphones, auf denen die Funktion aktiviert wurde, tauschen untereinander Bluetooth-Schlüssel aus. Nach aktuellen Vorgaben der Gesundheitsbehörden gibt es eine Warnung, wenn sich herausstellt, dass man sich 15 Minuten lang in der Nähe eines Infizierten aufhielt.

Erfolg der Corona-Warn-Apps hängt an Nutzern

Die Dauer und die Entfernung können von den Behörden angepasst werden. Ein Erfolg der Apps hängt auch davon ab, dass Nutzer ihre positiven Ergebnisse eines Corona-Tests in der App teilen. Der Abgleich der Schlüssel wird dabei nur auf den Smartphones durchgeführt, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Noch sind die technischen Details unklar. Eine direkte Verankerung der Technik im Betriebssystem könnte aber insbesondere bei der grenzüberschreitenden Verfolgung von Corona-Infizierten etwas bringen. Denn künftig wird es einen klaren technischen und weltweiten Standard für die Warn-Apps geben. Das wird auch das Zusammenspiel von Corona-Warn-Apps verschiedener Länder erleichtern. Aktuell ist das nur sehr bedingt der Fall. Die Corona-Warn-Apps von Österreich und Deutschland können etwa untereinander aktuell keine Daten austauschen.

wed/dpa-afx