Chiphersteller Infineon findet frühzeitig Nachfolger für CEO Reinhard Ploss

Der Chiphersteller Infineon hat einen Nachfolger für den scheidenden CEO Reinhard Ploss gefunden. Der bisherige Fertigungsvorstand Jochen Hanebeck wird ab April 2022 neuer Vorstandsvorsitzender. Ploss' Vertrag wäre noch bis Ende 2022 gelaufen.
Übergibt im Frühjahr 2022 an seinen Nachfolger Jochen Hanebeck: Infineon-CEO Reinhard Ploss

Übergibt im Frühjahr 2022 an seinen Nachfolger Jochen Hanebeck: Infineon-CEO Reinhard Ploss

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der bisherige Chef des Tagesgeschäfts, Fertigungsvorstand Jochen Hanebeck, werde zum 1. April 2022 neuer Vorstandsvorsitzender, teilte der Dax-Konzern am Donnerstagabend in Neubiberg bei München mit. Dies habe der Aufsichtsrat beschlossen.

Der neue Infineon-CEO Jochen Hanebeck (53) wurde 1968 geboren. Sein Vertrag als Vorstandschef läuft den Angaben zufolge bis Ende März 2027. Hanebeck ist seit 1994 bei dem Unternehmen beschäftigt und gehört seit 2016 dem Vorstand des Halbleiterherstellers an.

Der Chefwechsel bei Infineon stand an, weil Reinhard Ploss (65) die Altersgrenze erreicht hat und in Rente geht. Der studierte Ingenieur steht seit 2012 an der Spitze von Infineon. Sein Vertrag lief ursprünglich noch bis Ende 2022.

Zuvor war bereits bekanntgegeben worden, dass Ploss für keine weitere Amtszeit zur Verfügung steht. Zu Fragen nach seiner Nachfolge hatte er sich zuletzt bedeckt gehalten. Nach seinem Wunschnachfolger gefragt hatte er auf seine vier "fantastischen" Kollegen und Kolleginnen im Vorstand verwiesen.

Der Halbleiterhersteller befindet sich auf Wachstumskurs und stellt sich angesichts der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos und der wachsenden Bedeutung Erneuerbarer Energien auf eine dauerhaft höhere Chip-Nachfrage ein. Viele Anwendungen würden weiter elektrifiziert und digitalisiert, deswegen sei zu erwarten, dass die starke Chip-Nachfrage in praktisch allen Märkten anhalte, sagte der Infineon-Chef zuletzt bei der Jahres-Pressekonferenz.

Die Chipknappheit in den Bereichen Automotive, Industrie, Rechenzentren, Internet der Dinge und anderen Bereichen werde bis weit in das Jahr 2022 bestehen bleiben. Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 sagte Ploss einen weiteren Anstieg des Umsatzes auf 12,7 Milliarden Euro voraus und hob die Prognose für die Marge auf 21 Prozent an. "Wir sind so schlagkräftig wie nie", betonte der Infineon-Chef.

wed/DPA/Reuters
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