Mobilitäts-Start-up Bolt sammelt 150 Millionen Euro für Expansion ein

Scooter, Elektroroller, Essenslieferungen - der estnische Mobilitätsdienstleister Bolt weitet sein Angebot kontinuierlich aus. Die milliardenschwere Firma zählt bereits 50 Millionen Nutzer und hat für Europa große Pläne.
Sammelt weitere Millionen ein: Markus Villig, Chef des Mobilitätsanbieters Bolt

Sammelt weitere Millionen ein: Markus Villig, Chef des Mobilitätsanbieters Bolt

Foto: Bolt

Das estnische Mobilitäts-Start-up Bolt hat bei Investoren 150 Millionen Euro eingesammelt. Das frische Geld werde in die Expansion gesteckt sowie in Sicherheitsmaßnahmen wie einen SOS-Knopf für Fahrer, erklärte der 26-jährige Firmenchef Markus Villig in Gesprächen mit der Nachrichtenagentur Reuters  und dem Magazin Techcrunch . Villig hatte das Unternehmen 2013 nach Abbruch seines Studiums gegründet

Ziel sei es, in 200 Städten in 40 Ländern Europas und Afrikas präsent zu sein. Das früher unter dem Namen Taxify agierende und inzwischen milliardenschwere Unternehmen konkurriert unter anderem mit Uber bei Fahrdiensten, hat aber auch E-Scooter im Angebot und ist 2019 ins Geschäft mit Essenslieferungen eingestiegen.

Reuters  und Techcrunch  zufolge sei die Investitionsrunde von D1 Capital Partner angeführt worden. D1 investierte in diesem Jahr bereits in einige der größten Start-ups, so zum Beispiel in den US-Online-Brillenhändler Warby Parker, den Spiele-Engine-Hersteller Unity oder das Auto-Verkaufsportal Cazoo und das Fintech TransferWise.

Laut Villig habe Bolt im laufenden Jahr seine Kundenzahl nahezu verdoppelt. Die Bewertung des Unternehmens soll inzwischen bei rund 3,5 Milliarden Euro (4,3 Milliarden Dollar) liegen. Villig selbst machte dazu keine Angaben, wollte die Berechnungen dazu von Techcrunch  aber auch nicht dementieren. Im Mai dieses Jahres war Bolt noch mit 1,9 Milliarden Dollar bewertet worden, nachdem es rund 100 Millionen Dollar eingesammelt hatte. Zu jener Zeit hatte Bolt laut eigenen Aussagen rund 30 Millionen Nutzer.

Bolt wolle zum größten Scooter-Verleiher in Europa werden und zählt laut Techcrunch insgesamt 50 Millionen Kunden, die das breit gefächerte Angebot des Mobilitätsdienstleisters nutzen. Zu den größten Märkten zählen nach Aussagen des Firmengründers Großbritannien, Frankreich, Südafrika und Nigeria.

Bolt zählt bereits mehr als 50 Millionen Kunden

Besonders starkes Wachstum verspricht sich Bolt offenbar auf dem hart umkämpften und derzeit von Konsolidierungen gekennzeichneten Markt für Essenslieferungen . Aktuell liefere Bolt Food in 16 Ländern und 33 Städten aus und wolle das Angebot im kommenden Jahr weiter ausbauen.

Dun Sundheim von D1 Capital Partners jedenfalls scheint von seinem jüngsten Investment überzeugt zu sein. Man sei "begeistert" von der Zusammenarbeit mit Bolt und dem Plan, eine "marktführende Mobilitätsplattform in Europa und Afrika aufzubauen". Die Wachstumschancen für Bolt nach der Corona-Pandemie sehe Capital Partners äußerst optimistisch, zitiert Techcrunch den Investor.

Derzeit fließt viel frisches Geld in die Branche, die von der Corona-Krise und dem Trend zum Individualverkehr profitiert. Erst im November hatte das Berliner E-Scooter-Startup Tier Mobility 250 Millionen Dollar eingesammelt und sich den namhaften Technologie-Investor Softbank an Bord geholt. Anfang Dezember wiederum sammelte der schwedische Wettbewerber und Elektroroller-Anbieter Voi 160 Millionen Dollar für die Expansion in Deutschland und anderen Ländern ein.

rei
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