E-Commerce-Firma Bain Capital macht Berliner Start-up BBG zum Einhorn

Der Private-Equity-Investor Bain Capital steckt Geld in die Berlin Brands Group. Das Investment macht das E-Commerce-Start-up von Gründer Peter Chaljawski eigenen Angaben zufolge zum "Einhorn" und soll das rasante Wachstum weiter antreiben.
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Geld für Wachstum: BBG-Gründer Peter Chaljawski holte Bain ins Boot

Foto: PR

Ein weiteres beachtliches Investment in ein deutsches Start-up: Durch eine Finanzspritze der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital steigt der Online-Einzelhändler Berlin Brands Group (BBG) eigenen Angaben zufolge in den Kreis der Einhörner auf. Das sind Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden.

Wie hoch die Bewertung der Berlin Brands Group exakt ist, wollte das Unternehmen mit Verweis auf Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht mitteilen. Aus Bankenkreisen war allerdings zu erfahren, dass BBG nach dem Deal mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet wird. Auch der Nachrichtendienst Bloomberg  hatte zuvor bereits berichtet, eine Bewertung in dieser Höhe zeichne sich ab.

Laut BBG übernimmt Bain Capital eine Minderheitsbeteiligung an dem Start-up, die bislang von der Investmentgesellschaft Ardian gehalten wurde. Ardian war 2015 bei BBG eingestiegen und hatte seinerzeit rund 40 Prozent des Unternehmens übernommen. Zum Kaufpreis und der Bewertung von BBG wurden schon damals keine Informationen veröffentlicht.

Zudem schieße Bain Eigen- und Fremdkapital in Höhe von 700 Millionen Dollar in das Jungunternehmen, um weiteres Wachstum und Zukäufe zu finanzieren. Die Mehrheit an BBG behält weiterhin Gründer Peter Chaljawski und das Managementteam. Bei der Transaktion wurde Bain Capital von der Deutschen Bank beraten, GCA Altium hat den Deal für BBG begleitet.

Zu BBG gehören bislang insgesamt mehr als ein Dutzend Marken aus verschiedenen Produktbereichen, darunter der Heimsportgerätebauer Capital Sports oder die Gartenmarke Blumfeldt. Das Unternehmen wurde unter dem Namen Chal-Tec 2005 von Peter Chaljawski in Berlin gegründet und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung, Konzeption und Design über Produktion und Vermarktung bis hin zum Kundenservice ab.

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Mit dem Geld von Bain will BBG weitere Marken kaufen und entwickeln sowie die Onlineplattform erweitern, wie Chaljawski sagte. Anfang des Jahres erhielten die Berliner über syndizierte Kredite 240 Millionen Dollar, um in die USA sowie in Großbritannien zu expandieren.

BBG hat nach eigenen Angaben Zugang zu 1,5 Milliarden Kunden in Europa, den USA, Großbritannien und in Teilen Asiens. Mit rund 900 Mitarbeitern steigerte das Unternehmen seinen Umsatz 2020 um mehr als 50 Prozent auf 334 Millionen Euro.

cr/Reuters