Millionen weniger Geräte Chipkrise bremst Apples iPhone-Produktion

Wer derzeit ein iPhone 13 kaufen will, muss mindestens bis Mitte November warten. Der Grund: Die Chipkrise hat nun auch Apple erfasst. Trotz seiner Nachfragemacht als einer der größten Chipkäufer der Welt muss der Konzern seine Produktion empfindlich zurückfahren.
Anstehen für das iPhone 13: Die Schlangen wie hier vor einem Apple Store in China werden eher länger werden

Anstehen für das iPhone 13: Die Schlangen wie hier vor einem Apple Store in China werden eher länger werden

Foto: AP

"Derzeit nicht verfügbar". Wer aktuell auf der offiziellen Apple-Site das neue iPhone 13 bestellen will und dabei noch ein wenig mehr Speicher wünscht, muss viel Geduld mitbringen – mindestens bis Mitte November. Dabei werden die neuen iPhone-Flagschiffe 13 Pro und 13 Pro Max bereits seit September verkauft. Doch Apple hat ein Problem: Es fehlen Chips.

Trotz seiner enormen Nachfragemacht – Apple gilt als einer der größten Chipkäufer der Welt – bekommt nun auch der iPhone-Konzern die globalen Engpässe empfindlich zu spüren, die die Pandemie verschärft hat und die Autobauer weltweit zu Kurzarbeit und Produktionskürzungen zwingen. Ähnliches steht jetzt wohl auch dem US-Konzern bevor.

Laut Bloomberg  wird Apple seine Produktionsziele für das iPhone 13 im Jahr 2021 um gut zehn Millionen Einheiten senken müssen. Die Chiplieferanten Texas Instruments und Broadcom könnten nicht ausreichend der benötigten Bauteile liefern – und das vor dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft. Einzelnen Berichten zufolge  wollte Apple ursprünglich noch im laufenden Jahr bis zu 90 Millionen iPhone 13 bei seinen Auftragsfertigern bestellen.

Apple bezieht Display-Bauteile von Texas Instruments (TI), während Broadcom sein langjähriger Lieferant für Wireless-Komponenten ist. Ein Chip von TI, der für die neuesten iPhones knapp ist, ist für die Stromversorgung des hochauflösenden Oled-Displays verantwortlich. Auch bei anderen Zulieferern habe Apple mit Engpässen zu kämpfen. Sodass neben den neuesten iPhones auch die Produktion der Apple Watch Series 7 und andere Produkte nicht in geplanter Stückzahl hergestellt werden könnten, heißt es.

Die Unternehmen wollten sich laut Bloomberg nicht zu dem Bericht äußern. Aktien von Apple  gaben auch am Mittwoch nach, nachdem sie im New Yorker Späthandel bereits um 1,6 Prozent gefallen waren. Ganz überraschend dürfte das Problem indes auch für Apple nicht aufpoppen. Der US-Konzern hatte bereits Anfang des Jahres davor gewarnt, dass es Ende des dritten Quartals zu Lieferengpässen bei iPhone und iPad kommen könnte – eben wegen des weltweiten Chipmangels.

22 Wochen Wartezeit bei Halbleitern

Broadcom hat keine eigenen großen Fabriken und ist auf Vertragsproduzenten wie Taiwan Semiconductor angewiesen. Texas Instruments stellt in begrenztem Umfang einige Chips selbst her, ist aber ebenso von externen Herstellern wie TSMC abhängig. Apple selbst ist größter Kunde von TSMC, lässt dort seine Prozessoren der A-Serie fertigen. Bei den Prozessoren scheine es derzeit noch keine Engpässe zu geben. Doch mehrten sich laut Bloomberg die Anzeichen, dass sich die Chipkrise verschärfe. Zwischen der Bestellung eines Halbleiters und der Auslieferung vergingen mittlerweile fast 22 Wochen.

Gleichwohl ist Apple davon überzeugt, aktuelle Bestellungen noch vor Weihnachten ausliefern zu können. Dem Bericht zufolge erwartet der Konzern im Schlussquartal dieses Jahres einen Rekordumsatz von 120 Milliarden Dollar. Das wären rund 7 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr, als Apple vor zehn Jahren noch in einem ganzen Jahr eingespielt hatte, bemüht Bloomberg die historische Statistik.

rei
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