Sparprogramm Amazon wird auch 2023 Stellen streichen

Amazon-Chef Andy Jassy wird wohl mehr als 10.000 Jobs streichen müssen. Genaue Zahlen nennt er nicht. Es sei "die schwierigste Entscheidung" bislang in seiner Amtszeit, sagt er.
Seit 18 Monaten im Amt: Jetzt muss Amazon-Chef Andy Jassy Tausende Beschäftigte entlassen

Seit 18 Monaten im Amt: Jetzt muss Amazon-Chef Andy Jassy Tausende Beschäftigte entlassen

Foto: Patrick Fallon / dpa

Der Chef des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon, Andy Jassy (54), hat die Beschäftigten nach der jüngsten Entlassungswelle auf einen weiteren Jobabbau eingestellt. Die Personalplanung des Vorstands ziehe sich bis ins kommende Jahr. Dies bedeute, es werde zu weiteren Stellenstreichungen kommen, erklärte Jassy in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) auf der Website veröffentlichten Memo an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es sei "ohne Zweifel die schwierigste Entscheidung" in seiner bislang rund anderthalbjährigen Amtszeit als Vorstandschef von Amazon gewesen. Zum genauen Umfang der Entlassungen machte Jassy keine Angaben.

Laut übereinstimmenden Berichten hat der Konzern diese Woche mit der Streichung von rund 10.000 Stellen begonnen. Tagelang hüllte sich der Konzern dazu in Schweigen. Inzwischen bestätigte aber ein Topmanager, dass etliche Beschäftigte bei Amazon ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Amazon hatte zuletzt weltweit rund 1,5 Millionen Beschäftigte, die meisten von ihnen arbeiten in der Liefer- und Lagerinfrastruktur.

Dave Limp, Senior Vice President of Devices & Services bei Amazon, wandte sich an die Mitarbeiter  seiner Abteilung, um den Abbau von Arbeitsplätzen zu begründen. Er verwies auf ein "ungewöhnliches und unsicheres makroökonomisches Umfeld". Die betroffenen Mitarbeiter seien diese Woche persönlich benachrichtigt worden. Man werde jeden Einzelnen unterstützen und bei der Suche nach einer neuen Aufgabe helfen, erklärte Limp. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht weiter bei Amazon beschäftigt werden können, sollen ein Paket aus Abfindung, Übergangsleistungen und externer Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung erhalten.

Die jüngsten Stellenstreichungen betreffen vor allem die defizitäre Geräte-Sparte rund um Echo-Smartlautsprecher und das Sprachassistenzprogramm Alexa. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen vor wenigen Wochen hatte der Vorstand die Überprüfung aller Geschäftsbereiche angekündigt. Es solle nun intern "Team für Team" überprüft werden, auf welche Geschäfte und welche Mitarbeitenden man verzichten wolle, zitierte vor wenigen Tagen die "Financial Times"  Insider aus dem Konzern.

Amazon reiht sich damit ein in die Kündigungswelle, die zuletzt die großen amerikanischen Tech-Unternehmen erfasst hat. Der neue Eigner und Chef des Kurznachrichtendiensts Twitter, Elon Musk (51), hatte rund die Hälfte der Belegschaft gefeuert. Und auch Mark Zuckerberg (38), der Chef des Facebook-Mutterkonzerns Meta, hatte Massenentlassungen angekündigt. Bei Meta sollen rund 11.000 Mitarbeitende gehen.

rei/Reuters, dpa
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