Drastisches Sparprogramm Amazon will rund 10.000 Jobs streichen

Konzernchef Andy Jassy plant offenbar den größten Stellenabbau in der Geschichte des US-Konzerns. Die Welle der Massenentlassungen erreicht damit den nächsten Tech-Giganten.
Sparkurs: Amazon-Boss Andy Jassy

Sparkurs: Amazon-Boss Andy Jassy

Foto: Isaac Brekken / AP

Der US-Konzern Amazon will offenbar rund 10.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Stellenabbau in der Verwaltung und im Technologiebereich könne noch diese Woche beginnen, berichten mehrere internationale Medien, darunter die "New York Times" und die "Financial Times" . Im Mittelpunkt der Kürzungen stehe demnach die defizitäre Geräte-Sparte des weitverzeigten Konzerns, zu der auch die Sprachsteuerung "Alexa" gehört. Der Abbau, dessen genauer Umfang noch nicht feststehe, entspreche etwa drei Prozent der Gesamtbelegschaft. Von Amazon war keine Stellungnahme zu erhalten.

Nach den enttäuschenden Quartalszahlen vor wenigen Wochen hatte Konzernchef Andy Jassy (54) die Überprüfung aller Geschäftsbereiche des Onlinehandels- und Cloudanbieters angekündigt. Bereits in der vergangenen Woche war bestätigt worden, dass dazu auch das Alex-Geschäft gehöre. Nun soll intern "Team für Team" überprüft werden, auf welche Geschäfte und welche Mitarbeitenden man verzichten wolle, zitiert die "FT" Insider aus dem Konzern. Die Kündigungen in der geplanten Größenordnung wären die umfangreichsten in der Firmengeschichte.

Amazon reiht sich damit ein die Kündigungswelle, die zuletzt die großen amerikanischen Tech-Unternehmen erfasst hat. Der neue Eigner und Chef des Kurznachrichtendiensts Twitter, Elon Musk (51), hatte rund die Hälfte der Belegschaft gefeuert. Und auch Mark Zuckerberg (38), der Chef des Facebook-Mutterkonzerns Meta, hatte Massenentlassungen angekündigt: Bei Meta sollen rund 11.000 Mitarbeitende gehen.

Amazon-Boss Jassy reagiert damit auch auf das sinkende Vertrauen der Investoren. Der Börsenwert des Unternehmens ist seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent auf etwa 1 Billion US-Dollar gefallen. Infolge des letzten Quartalsberichts und des unklaren Ausblicks auf das wichtige Weihnachtsquartal hatte es über Nacht einen spektakulären Kurseinbruch gegeben. Davon hat sich der Aktienwert zwar wieder erholt, aber Jassy hat Investoren einen Sparkurs versprochen. Früher in diesem Monat hatte er einen Einstellungsstopp verkünden lassen – nun geht er noch weiter.

lhy/Reuters, dpa
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