Streaming Amazon verteuert das Prime-Abo

Amazon hebt die Gebühren für seinen Streamingdienst Prime an. Die Kosten für ein jährliches Abo steigen in Deutschland um 30 Prozent - begründet wird dieser Schritt mit der hohen Inflation und gestiegenen Betriebskosten.
Umkämpfter Markt: Amazon Prime misst sich mit vielen anderen Streaming-Diensten

Umkämpfter Markt: Amazon Prime misst sich mit vielen anderen Streaming-Diensten

Foto: Silas Stein / dpa

Amazon macht sein Abo-Angebot Prime in Deutschland teurer. Bei monatlicher Zahlung wird es 8,99 Euro statt bisher 7,99 Euro kosten und pro Jahr werden 89,90 statt zuvor 69 Euro fällig. Amazon begründete die Preiserhöhung am Dienstag mit "generellen und wesentlichen Kostenänderungen aufgrund von Inflation, die auf von uns nicht beeinflussbaren äußeren Umständen beruhen".

Die Änderung gelte "frühestens mit Fälligkeit der nächsten Zahlung, an oder nach dem 15. September 2022", hieß es weiter. Der weltgrößte Online-Händler verwies bei der Ankündigung am Dienstag auch darauf, dass es die erste Anhebung in Deutschland seit 2017 sei und man das Angebot unter anderem im Videostreaming ausgebaut habe.

Die Erhöhung trifft auch Fußball-Fans, die damit schon die zweite Verteuerung innerhalb weniger Wochen hinnehmen müssen. Anfang Juli hatte der Internet-Sportsender DAZN angekündigt, seine Preise für ein Monatsabonnement praktisch zu verdoppeln. DAZN zeigt die meisten Spiele der Champions League, einzelne Partien laufen aber auch bei Prime.

Preiserhöhung in den USA bereits im Februar

Prime ist für Amazon ein wichtiges Instrument der Kundenbindung. Abo-Kunden bekommen bei Amazon und teilnehmenden Händlern auf der Plattform kostenlosen Versand auch ohne Mindestbestellwert und können zudem unter anderem auf Video- und Musikstreaming zugreifen. Im Heimatmarkt USA hatte Amazon bereits im Februar eine Preiserhöhung von 119 Dollar auf 139 Dollar bei jährlicher Zahlung verkündet.

Auf dem drittgrößten Markt Großbritannien werden die Gebühren um 20 Prozent angehoben. In Spanien, Italien und Frankreich werden für Prime-Mitglieder zwischen 39 und 43 Prozent mehr pro Jahr fällig.

Das Bundeskartellamt hatte kürzlich gemeldet, Amazon künftig schärfer zu beobachten und möglichen Wettbewerbsverstößen nachzugehen. Die Behörde stufte den Online-Riesen Anfang Juli als ein Unternehmen mit "überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb" ein.

hr/DPA, Reuters
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