Aktie bricht ein Chinas Korruptionsjäger erhöhen Druck am Alibaba-Sitz

Am Firmensitz von Alibaba und dessen Finanztochter Ant Financial in Hangzhou erhöht der Staat den Druck. 25.000 lokale Parteikader sollen sich wegen möglicher Interessenkonflikte prüfen. An der Börse sorgt das für Unruhe.
Unter Druck: Tresen am Hauptsitz von Ant Financial in Hangzhou

Unter Druck: Tresen am Hauptsitz von Ant Financial in Hangzhou

Foto: Shu Zhang / REUTERS

Gerüchte im Umfeld des chinesischen Internetgiganten Alibaba führen zu erneuter Unruhe an der Börse. Am Montag waren Mitglieder der Kommunistischen Partei in der Technologiestadt Hangzhou – dem Firmensitze Alibabas – von Chinas Korruptionsjägern angewiesen worden, alle potenziellen geschäftlichen Interessenkonflikte zu lösen, in die sie selbst oder ihre Verwandten verwickelt sein könnten. Der Aktienkurs Albibas brach am Montag zeitweise um vier Prozent ein, nachdem er bereits seit Ende Juni um fast ein Drittel abgestürzt war.

Insbesondere die Tech-Konzerne waren in den vergangenen Wochen durch diverse Vorstöße der Regierung in Bedrängnis geraten. Peking richtet die Politik gegenüber der hoch entwickelten Tech-Branche neu aus.  In der vergangenen Woche hatten Chinas Konzerne mehr als 500 Milliarden Dollar ihres Börsenwerts eingebüßt, insbesondere westliche Investoren ziehen sich zurück.

Bereits am Samstag hatte die mächtige Zentrale Kommission für Disziplinarinspektion eine Untersuchung gegen den ranghöchsten Parteifunktionär in der Metropole angekündigt. Gegen den Parteisekretär Zhou Jiangyong werde laut der Behörde wegen "schwerwiegender Verstöße gegen Disziplin und Gesetze" ermittelt. Einzelheiten nannte die Antikorruptionnsstelle nicht. Am Montag erklärten die Beamten, dass sich fast 25.000 derzeitige Parteikader in Führungspositionen in der östlichen Stadt sowie diejenigen, die in den letzten drei Jahren in den Ruhestand getreten sind, einer "Selbstprüfung" unterziehen, um mögliche Interessenkonflikte zu überprüfen.

Hangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang und liegt zwei Autostunden südwestlich von Shanghai. In der 10-Millionen-Einwohner-Stadt haben einige der führenden Software- und Internetunternehmen Chinas ihren Sitz, darunter eben der E-Commerce-Riese Alibaba. Auch Alibabas Finanztochter Ant Group sitzt hier, deren Rekord-Börsengang (IPO) in Höhe von 37 Milliarden Dollar im November letzten Jahres von den chinesischen Regulierungsbehörden gestoppt worden war.

Offenbar steht das Unternehmen aktuell unter Druck. Am späten Sonntag gab die Ant Group eine Erklärung ab, sie habe sich in einem "offenen und transparenten" IPO-Prozess "streng an die Gesetze und Vorschriften gehalten". Internetspekulationen über den Börsengang tat Ant als "falsche Gerüchte" ab. Worauf sich das bezog, gab Ant nicht an. Im Internet kursierten allerdings Berichte, wonach führende Parteikader oder ihre Familien bereits vor dem geplanten Börsengang Aktienpakete erworben hätten.

lhy/Reuters