Internet-Riese Kartellstrafe beschert Alibaba hohen Quartalsverlust

Chinas Internet-Riese Alibaba hat im vierten Geschäftsquartal den Umsatz deutlich gesteigert. Eine Milliardenstrafe brockte dem von Jack Ma gegründeten Konzern aber den ersten Quartalsverlust seit dem Börsengang 2014 ein.
Alibaba: Mit dem Internethandel spielt Alibaba nach wie vor den Löwenanteil der Umsätze ein. Das Cloud-Computing-Geschäft brach im vergangenen Quartal wegen des Wegfalls eines Top-Kunden auf rund 17 Milliarden Yuan - weniger als ein Zehntel des Gesamtumsatzes.

Alibaba: Mit dem Internethandel spielt Alibaba nach wie vor den Löwenanteil der Umsätze ein. Das Cloud-Computing-Geschäft brach im vergangenen Quartal wegen des Wegfalls eines Top-Kunden auf rund 17 Milliarden Yuan - weniger als ein Zehntel des Gesamtumsatzes.

Foto: Guang Niu/ Getty Images

Der chinesische Internet-Riese Alibaba hat im vierten Geschäftsquartal (Ende März) den Umsatz kräftig gesteigert. Die Erlöse der Online-Plattform legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 187,4 Milliarden Yuan (rund 24 Milliarden Euro) zu und übertrafen damit eine Refinitiv-Prognose von 180,41 Milliarden Yuan. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Alibaba mit einem Umsatz von mehr als 930 Milliarden Yuan.

Eine von Peking verhängte Milliardenstrafe brockte Alibaba allerdings unter dem Strich ein Quartalsverlust von fast 5,5 Milliarden Yuan (706 Millionen Euro) oder 1,99 Yuan je US-Anteilsschein (ADS) ein - der erste Quartalsverlust seit dem Börsengang 2014. Bereinigt um außerordentliche Belastungen lag der Gewinn bei 10,32 Yuan je Anteilsschein. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 3,2 Milliarden Yuan erwirtschaftet.

Die in den USA börsennotierten Aktien gaben am Donnerstag um rund 3 Prozent nach. Seit ihrem Rekordhoch Ende Oktober, als ihr Gründer Jack Ma (56) in Shanghai eine Rede hielt, in der er Chinas Finanzaufsicht kritisierte, sind die Papiere um mehr als 30 gefallen. Peking stoppte daraufhin den Börsengang der Alibaba-Tochter Ant Financial.

Alibaba

Chinas Wettbewerbshüter hatten kürzlich eine Rekordstrafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Euro) gegen Alibaba verhängt. Die weltgrößte Online-Handelsplattform habe ihre marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Händler zu zwingen, ihre Waren exklusiv über Alibaba anzubieten, begründete die Marktaufsicht den Schritt. Es ist die bislang höchste Strafe der chinesischen Kartellbehörden gegen einen Internet-Konzern.

Das vom chinesischen Milliardär Jack Ma gegründete Imperium steht nach Kritik des Unternehmers an Peking unter Beobachtung der dortigen Behörden. "Das Unternehmen ist mit einer Welle von Regulierungsrisiken konfrontiert, die nun den gesamten Tech-Sektor bedrohen", sagte Brock Silvers, Chief Investment Officer bei Adamas Asset Management in Hongkong.

rei/DPA/Reuters