Bündnis mit Rewe 10-Minuten-Lieferdienst Flink bekommt 200 Millionen Euro

Neue Munition im Kampf der 10-Minuten-Lieferdienste: Delivery-Hero-Investor Prosus führt eine 200-Millionen-Euro-Finanzierung für Flink an. Das Berliner Start-up verbündet sich mit Rewe.
Künftig werden Rewe-Lebensmitteln ausgefahren: Lieferdienst Flink

Künftig werden Rewe-Lebensmitteln ausgefahren: Lieferdienst Flink

Foto: Flink

Der Kampf der Schnelllieferdienste geht in die nächste Runde: Sieben Monate nach der Gründung sichert sich das Berliner Start-up Flink 200 Millionen Euro, um seinen 10-Minuten-Lieferdienst weiter auszurollen. Zudem kooperiert der Online-Lieferdienst künftig mit Rewe. Dies gab Flink am Freitag bekannt.

Die Finanzierungsrunde wird angeführt vom Delivery-Hero-Investor Prosus, dem Staatsfonds Mubadala (Abu Dhabi) und US-Investor Bond (Airbnb, Uber). Mit dem Kapital soll die Expansion von Flink vorangetrieben werden. Nach Angaben von Flink rollt das Start-up derzeit "alle zwei Tage einen neuen Standort aus", an dem es rund 2400 verschiedene Produkte in weniger als zehn Minuten liefert. Das Start-up liefert derzeit in 23 deutschen und niederländischen Städten sowie in Paris .

Flink-Konkurrent Gorillas, der bereits im vergangenen Sommer gestartet war, hat im April 245 Millionen Euro eingesammelt und wirbt derzeit nach Informationen des manager magazins bei Investoren um eine weitere Finanzierung in Höhe von rund einer Milliarde Dollar. Mit der vorherigen Finanzierungsrunde steigt die Gesamtfinanzierung von Flink auf 253 Millionen Euro.

Der Rewe-Vorstandsvorsitzende Lionel Souque (49) erklärte, man wolle durch die Kooperation im Bereich Ware "einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass Flink zur Nummer 1 in seinem Segment in Deutschland wird." Rewe beteiligt sich auch mit einer Minderheitsbeteiligung an Flink. Rewe hatte zuvor den Konkurrenten Gorillas beliefert. Mit dem Rewe-Lieferdienst betreibt Rewe derzeit den größten Online-Lieferdienst in rund 70 Städten. Das Sortiment ist etwas fünfmal so groß wie bei Flink, allerdings bietet der Dienst keine Spontan-Lieferungen.

Bei dem Kampf der 10-Minuten-Lieferdienste geht es um den zugleich größten und letzten unbesetzten Fleck im Handel. Gerade einmal 2 Prozent des Lebensmittelumsatzes erzielen in Deutschland Onlinedienste. In anderen Handelssegmenten sind es im Durchschnitt 18 Prozent.

jr