Statistisches Bundesamt Inflationsrate nähert sich wieder der 8-Prozent-Marke

Die Inflation in Deutschland ist im August wieder angestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Steigende Inflation: Waren und Dienstleistungen waren im August durchschnittlich 7,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor

Steigende Inflation: Waren und Dienstleistungen waren im August durchschnittlich 7,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance/dpa

Die auf breiter Front anziehenden Preise in Deutschland treiben die Inflation nahe an die Acht-Prozent-Marke. Waren und Dienstleistungen waren im August durchschnittlich 7,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Insbesondere hohe Energie- und Lebensmittelpreise sorgen für Auftrieb.

Zuvor war die Inflation zwei Monate in Folge abgeflaut – im Juli lag sie bei 7,5 Prozent. Dabei wirkten Tank-Rabatt und Neun-Euro-Ticket als Dämpfer. Diese laufen an diesem Mittwoch aus, was für neuen Preisschub sorgen dürfte. Fachleute erwarten im Herbst Teuerungsraten von rund neun Prozent oder sogar mehr. "Hoffentlich ringt sich die EZB auf ihrer Sitzung nächste Woche zu einem großen Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkten durch. Den Worten auf der Konferenz von Jackson Hole müssen jetzt Taten folgen", sagt Commerzbank-Chefvolkswirk Jörg Krämer (56).

An den Devisenmärkten rechne man derweil nicht damit, dass sich die EZB in absehbarer Zeit zu deutlichen Zinsanhebungen entschließen werde, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Aber vielleicht braucht es ja gerade den Druck der Devisenmärkte, um die EZB umzustimmen", so der Ökonom.

Energie ist größter Preistreiber

Größter Preistreiber ist seit längerem Energie. Sie verteuerte sich im August mit 35,6 Prozent etwa so stark wie im Juli. Nahrungsmittel kosteten 16,6 Prozent mehr als im August 2021. Für Dienstleistungen mussten 2,2 (im Juli waren es 2,0) Prozent mehr bezahlt werden.

Für einen anhaltend hohen Preisdruck spricht auch die aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts unter 9000 Firmen. "Immer noch knapp jedes zweite Unternehmen will in den kommenden drei Monaten die Preise erhöhen", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Preiserhöhungen bleiben damit auf der Agenda."

mje/ dpa
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