Dienstleister Preise in der Schifffahrt um mehr als 70 Prozent gestiegen

Unternehmen, die auf Lieferungen angewiesen sind, bekommen den Preisauftrieb schon lange zu spüren. Jetzt belegt das Statistische Bundesamt den Trend mit Zahlen: Die Preise für Dienstleistungen sind im ersten Quartal um 9 Prozent gestiegen. Vor allem der Bereich See- und Küstenschifffahrt ist mit einem Anstieg um mehr als 70 Prozent der größte Preistreiber.
Plus 73,6 Prozent: Fehlende Schiffscontainer, längere Ladezeiten und daraus resultierende Schiffsstaus führten zu Kapazitätsengpässen und steigenden Frachtraten in der Schifffahrt

Plus 73,6 Prozent: Fehlende Schiffscontainer, längere Ladezeiten und daraus resultierende Schiffsstaus führten zu Kapazitätsengpässen und steigenden Frachtraten in der Schifffahrt

Foto: ROSLAN RAHMAN / AFP

Nicht nur Lebensmittel und Energie werden immer teurer, sondern auch Dienstleistungen. Deren Erzeugerpreise waren im ersten Quartal um 9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Gemessen am Vorquartal gab es ein Plus von 1,1 Prozent.

Am stärksten zogen die Preise im Bereich Verkehr und Lagerei an: Hier gab es einen Aufschlag von 20,2 Prozent zum Vorjahresquartal. Innerhalb dieses Wirtschaftsabschnitts verzeichnete die See- und Küstenschifffahrt mit 73,6 Prozent den stärksten Anstieg. "Hauptverantwortlich dafür waren weiterhin die coronabedingten Störungen der weltweiten Lieferketten", begründeten die Statistiker. "Fehlende Schiffscontainer, längere Ladezeiten und daraus resultierende Schiffsstaus führten zu Kapazitätsengpässen und gestiegenen Frachtraten."

In der Luftfahrt stiegen die Preise um 8,6 Prozent. "Neben den pandemiebedingten Engpässen wirkten hier die stark gestiegenen Kerosinpreise preistreibend", so die Statistiker. Hohe Kraftstoffpreise sowie der Mangel an Fahrerinnen und Fahrern und gestiegene Lohnkosten führten auch im Güterkraftverkehr zu einem Preisanstieg von 9,1 Prozent.

Dienstleistungen im Bereich Information und Kommunikation verteuerten sich dagegen nur um 2,1 Prozent. Hier stiegen die Tarife für Festnetz- und Internetanschlüsse mit 6,7 Prozent besonders deutlich. Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister setzten ihre Preise um 3,3 Prozent, wobei Architektur- und Ingenieurbüros hier ein Plus von 4,9 Prozent durchsetzten. "Verantwortlich für diese Steigerung waren allgemeine Preisanpassungen als Reaktion auf gestiegene Kosten", erklärten die Statistiker. "Im Baubereich wirken zudem höhere Planungskosten und Baustoffpreise mittelbar auf die Honorare für die genannten Dienstleistungen."

mg/Reuters