Boomplaces 2010 Stuttgart ist spitze ...

... aber auch Berlin ist nicht übel. Deutsche Regionen sind im Kommen und zählen wieder zu den besten Standorten Europas. Das zeigt eine exklusive Analyse des manager magazins. Lesen Sie, was die sechs Deutschland-Sieger auszeichnet.

Hamburg - Eine erfreuliche Verbesserung: Während ganz Deutschland in einer ähnlichen Untersuchung vor drei Jahren von europäischen Spitzenplätzen weit entfernt war, sind dieses Mal deutsche Standorte ganz vorn dabei. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Analyse der Standortberatungsfirma Contor  und der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU)  in Vallendar für manager magazin.

Entlang einer L-förmigen Linie durch West- und Süddeutschland von Düsseldorf über Frankfurt und Stuttgart bis nach München finden sich die Regionen mit den besten Entwicklungschancen. Daneben schaffen es auch Hamburg und, mit Abstrichen, Berlin in die Gruppe der Topregionen.

Als klassischer Produktionsstandort, bei dem vor allem niedrige Kosten zählen, kann keine einzige deutsche Region punkten. Bei höherwertigen Nutzungen als Technologie- und Dienstleistungszentrum indes sieht der internationale Vergleich deutlich günstiger aus.

Die Autoren der Studie haben die Europäische Union (EU) aus den Blickwinkeln von drei typischen Investoren daraufhin untersucht, welche Regionen sich am besten eignen. Dafür haben sie 1207 europäische Regionen (Kategorie Nuts 3) unter die Lupe genommen.

Absolut spitze in Deutschland ist der Analyse zufolge der Großraum Stuttgart, der auch Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Heidenheim, den Rems-Murr-Kreis, den Hohenlohekreis, den Main-Tauber-Kreis und den Ostalbkreis umfasst. Dieser Wirtschaftsraum zählt zu den besten zehn Regionen der EU, die jeweils in zwei der drei Investitionskategorien in der Spitzengruppe abschnitten.

Zur Gruppe der besten Technologieregionen zählen nur fünf Ballungszentren in ganz Europa; neben Stuttgart sind dies Paris, die dänisch-schwedische Öresund-Region (Kopenhagen, Malmö), Südfinnland (Helsinki, Turku, Tampere) und Dublin.

Die übrigen deutschen Regionen, die die Studie zu den Spitzenstandorten zählt, punkten vor allem als dichtbesiedelte Dienstleistungszentren mit guten Wachstumsperspektiven: München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Berlin. Auf den folgenden Seiten präsentiert manager-magazin.de die Deutschland-Sieger und ihre spezifischen Vorteil.

Stuttgart - Europas Toptechregion

Stuttgart: Europas Toptechregion

Der Großraum Stuttgart, in Deutschland absolut spitze, punktet vor allem als Technologiestandort. Außer in Paris und seinem Umland gibt es in Europa sonst nirgends eine derartige Hightechkonzentration. Die Region mag für Unternehmen teuer sein; ein Beschäftigter im verarbeitenden Gewerbe wird dort laut Studie in den kommenden Jahren 52.000 Euro jährlich kosten, rund 10.000 Euro mehr als der EU-Durchschnitt.

Aber die Schwabenmetropole bietet eine beeindruckende Ballung von technologieintensiven Unternehmen, von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Mehr als 400.000 Menschen arbeiten in Hochtechfirmen, das sind 21 Prozent aller Beschäftigten - Europa-Rekord. Die Folge der Technologiekonzentration ist eine ungewöhnlich hohe Zahl von Patentanmeldungen: Im Hochtechnologiebereich wurden in den vergangenen Jahren rund dreimal so viele Patente angemeldet wie im EU-Durchschnitt.

Die Produktivität pro Beschäftigtem liegt sehr hoch, rund 16.000 Euro jährlich über dem europäischen Mittel. Positiv auf die Bewertung der Region schlägt sich auch die Einschätzung für Deutschland insgesamt nieder: Nach den Indikatoren des World Economic Forum (WEF), die in die Analyse eingingen, hat Deutschland unter allen großen europäischen Ländern derzeit die besten Wachstumsperspektiven.

Boomplace Stuttgart: Europas Toptechregion

Standortfaktoren Stuttgart EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 26.831,7 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 80,7 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 17.912,8 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 79.925,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 32,3 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 25,1 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 21,8 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 2839,6 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 62.864,9 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 18,7 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 22,9
Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet "völlig korrupt", 10 "völlig korruptionsfrei") 8,2 7,3

München - die Spitzenverdienerstadt

München: Die Spitzenverdienerstadt

Die Bayern-Hauptstadt und ihr Umland bilden den Ballungsraum mit den höchsten Einkommen. Fast 29 Prozent der Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss, damit ist die Akademikerdichte höher als in den übrigen westdeutschen Topmetropolen; nur Berlin schneidet in dieser Kategorie noch besser ab.

Boomplace München: Die Spitzenverdienerstadt

Standortfaktoren München (Landkreis) München (Stadt) EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 28.379,1 28.379,1 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 77,4 77,4 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 17.605,2 40.564,7 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 132.760,0 132.760,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 40,3 40,3 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 28,8 28,8 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 20,4 20,4 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 454,4 3998,2 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 111.775,2 57.772,7 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 28,5 35,6 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 21,9 22,9
"Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet ""völlig korrupt"", 10 ""völlig korruptionsfrei"")" 8,2 8,2 7,3

Frankfurt - die Dienstleistungsmetropole

Frankfurt: Die Dienstleistungsmetropole

Das Finanzzentrum punktet mit einem sehr hohen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und einem für deutsche Verhältnisse hohen Akademikeranteil (28 Prozent). Der Dienstleistungsanteil bei Beschäftigten und Gesamtwirtschaft gehört zu den höchsten in Deutschland.

Boomplace Frankfurt: Die Dienstleistungsmetropole

Standortfaktoren Frankfurt EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 26.207,5 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 78,4 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 31.804,9 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 107.627,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 40,9 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 28,2 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 19,8 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 2590,8 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 79.581,9 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 0,0 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 22,9
"Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet ""völlig korrupt"", 10 ""völlig korruptionsfrei"")" 8,2 7,3

Düsseldorf - Wertschöpfung am Rhein

Düsseldorf: Wertschöpfung am Rhein

Die Rheinmetropole punktet mit einer sehr hohen Wertschöpfung, übertroffen nur von München und Stuttgart. Pro Kopf liegt die Wirtschaftsleistung etwa so hoch wie in Stuttgart.

Im Gesamtbild fällt Düsseldorf gegenüber den süddeutschen Großstädten etwas ab, insbesondere beim deutlich niedrigeren Akademikeranteil, der mit knapp 21 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Boomplace Düsseldorf: Rheinische Wertschöpfung

Standortfaktoren Düsseldorf EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 23.213,4 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 85,9 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 25.027,9 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 118.408,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 35,6 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 20,6 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 20,3 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 2636,9 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 62.030,3 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 0,0 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 22,9
"Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet ""völlig korrupt"", 10 ""völlig korruptionsfrei"")" 8,2 7,3

Hamburg - Nordische Servicehochburg

Hamburg: Die nordische Servicehochburg

Keine andere deutsche Topmetropole ist derart auf Dienstleistungen spezialisiert wie die Hafenstadt: 50 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Servicesektor. Nirgends wird in diesem Wirtschaftszweig so viel erwirtschaftet (zehnmal so viel wie im europäischen Durchschnitt).

Bei Einkommen, Wirtschaftsleistung und Akademikerdichte schneidet Hamburg etwas schlechter ab als die Südmetropolen, liegt aber weit über den europäischen Mittelwerten. Die Bevölkerung ist relativ alt: Unter allen topplatzierten deutschen Großstädten leben in der Elbmetropole die wenigsten jungen Leute unter 20 Jahren.

Boomplace Hamburg: Nordische Servicehochburg

Standortfaktoren Hamburg EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 25.309,2 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 83,5 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 51.228,4 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 65.883,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 50,4 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 24,8 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 17,9 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 2292,5 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 49.036,5 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 0,0 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 22,9
"Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet ""völlig korrupt"", 10 ""völlig korruptionsfrei"")" 8,2 7,3

Berlin - die Akademikerhauptstadt

Berlin: Die Akademikerhauptstadt

Verglichen mit den fünf westdeutschen Metropolen weist Berlin ein völlig anderes Profil auf. Die Indikatoren für Einkommen und Wirtschaftsleistung liegen sehr weit entfernt von den entsprechenden Westwerten, sogar unter dem EU-Mittel.

Seiner schieren Größe wegen ist Berlin aber ein bedeutendes Dienstleistungszentrum, das Hamburg kaum nachsteht. Zukunftsfantasie entfacht auch die sehr hohe Akademikerdichte von 33 Prozent.

Boomplace Berlin: Die Akademikerhauptstadt

Standortfaktoren Berlin EU-Mittel
Primäreinkommen je Einwohner in Kaufkraftstandards1 2010 15.884,7 19.319,0
Umverteilung (Anteil des Primäreinkommens, das in der Region verbleibt) 2003 in Prozent 92,0 90,6
Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor in Millionen Kaufkraftstandards1 51.965,8 5199,0
Bruttowertschöpfung 2010 in Millionen Kaufkraftstandards1 60.453,0 44.703,0
Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 2002 an der Bevölkerung in Prozent 38,0 29,8
Akademikeranteil der Erwerbstätigen in Prozent 33,3 23,3
Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent 18,1 22,2
Bevölkerungsdichte 2003 (Einwohner pro Quadratkilometer) 3802,0 480,0
Bruttoinlandsprodukt 2010 je Einwohner in Kaufkraftstandards1 22.941,1 25.911,0
Entfernung zur Autobahn in Kilometern 0,0 24,0
Entfernung zu internationalem Flughafen in Kilometern 0,0 54,0
Wachstumsindikator (bester Rang: 1, schlechtester EU-Wert: 23,5) 4,0 9,2
Kriminalitätsrate (Anteil der Personen, die im Laufe eines Jahres Opfer einer Straftat geworden sind) in Prozent 21,9 22,9
"Corruption Perceptions Index 2005 (nach Transparency International: 0 bedeutet ""völlig korrupt"", 10 ""völlig korruptionsfrei"")" 8,2 7,3

Methode - so entstand das Ranking

Methode - So entstand das Standortranking

Die Autoren der Studie, Henner Lüttich von der Contor GmbH  und Professor Jürgen Weigand von der WHU , haben alle 1207 Nuts-3-Regionen der Europäischen Union (ohne Rumänien, Bulgarien, Zypern und Malta) im Rahmen von drei Szenarien analysiert. Dazu haben sie jeweils ein ganzes Bündel von Standortfaktoren verglichen. Lohn- und Produktivitätsentwicklungen wurden auf Basis der Entwicklung in der Vergangenheit bis 2010 prognostiziert, sodass die Untersuchung eine zukunftsgerichtete Komponente hat.

Szenario 1: Industrie

Ausgangspunkt ist ein Industrieunternehmen, das einen Fertigungsstandort sucht. In die Analyse gehen folgende Standortfaktoren ein:

  • Arbeitsmarkt: Beschäftigte in der Industrie und Anteil der Industriearbeitnehmer an allen Beschäftigten, Arbeitslosenquote
  • Arbeitskosten: Arbeitnehmerentgelte und Produktivität pro Arbeitnehmer im Jahr 2010, Streiktage, monatliche Arbeitszeit in der Industrie
  • Ertragsteuern: Steuersätze auf einbehaltene Gewinne (Körperschaftsteuern)
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen, Bahn
  • Energie: Strom- und Gaspreise
  • Ballungsvorteile: industrielle Bruttowertschöpfung in der jeweiligen Region
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption

Szenario 2: Technologie

Ausgangspunkt ist ein technologieintensives Unternehmen, das forschen, entwickeln und hoch spezialisiert produzieren will. In die Analyse gehen die folgenden Standortfaktoren ein:

  • Arbeitsmarkt: Beschäftigte in technologieintensiven Branchen (Chemie, Maschinenbau, IT, Elektro, Feinmechanik, Optik, Fahrzeugbau) sowie die Anteile der in diesen Branchen Tätigen an allen Beschäftigten
  • Nähe zu Forschung und Entwicklung: Entfernung zur nächsten technischen Universität, Beschäftigte im technisch-wissenschaftlichen Bereich, Patentanmeldung in technologieintensiven Branchen (Informations- und Kommunikationstechnologie, Automatisierungstechnik, Gentechnik, Luftfahrt, Lasertechnologie).
  • Arbeitskosten: Arbeitnehmerentgelte und Produktivität pro Arbeitnehmer im Jahr 2010, Streiktage, monatliche Arbeitszeit in der Industrie
  • Ertragsteuern: Steuersätze auf einbehaltene Gewinne (Körperschaftsteuern)
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption
  • Wachstumschancen: Abschneiden des jeweiligen Landes im Growth Competitiveness Index und im Microeconomic Competitiveness Index des World Economic Forum, Geburtenziffern

Szenario 3: Zukunft

Ausgangspunkt ist ein Investor, der an der regionalen Entwicklung partizipieren will, zum Beispiel indem er ein Immobilienprojekt realisieren oder sich im regionalen Einzelhandel engagieren will. Die Analyse bezieht deshalb kaum Kostenfaktoren ein, sondern legt den Schwerpunkt auf fundamentale Wachstumsfaktoren:

  • Regionale Wirtschaftskraft: Primäreinkommen zu Kaufkraftstandards 2010, Umverteilung von Einkommen (Differenz zwischen Primäreinkommen und verfügbarem Einkommen in der Region)
  • Spezialisierung auf Dienstleistungen: Bruttowertschöpfung in den Dienstleistungsbranchen 2003 und 2010, Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor
  • Demografische Faktoren: Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss, Anteil der unter 20-Jährigen an den Einwohnern, Bevölkerungsdichte
  • Wohlstand 2010: Regionales Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen
  • Wachstumschancen: Abschneiden des jeweiligen Landes im Growth Competitiveness Index und im Microeconomic Competitiveness Index des World Economic Forum
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption

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