Fußball-Deal Spotify-Chef Daniel Ek will Arsenal kaufen

Nach dem Super-League-Debakel wittert Spotify-Chef Daniel Ek eine Chance. Er habe das nötige Geld, um dem US-Eigner Stan Kroenke seinen Lieblingsverein Arsenal abzukaufen - als Fan, nicht als Investor.
"In erster Linie Fan": Spotify-Chef Daniel Ek wirft ein Auge auf Arsenal

"In erster Linie Fan": Spotify-Chef Daniel Ek wirft ein Auge auf Arsenal

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Spotify-Chef Daniel Ek (38) will den Premier-League-Club Arsenal kaufen. Er habe die nötigen Mittel gesichert, um mit einem Gebot die Entschlossenheit des Arsenal-Eigners Stan Kroenke (73) zu prüfen, erklärte Ek am Mittwoch.

Der US-Milliardär Kroenke und sein Sohn Josh, der den Verein führt, hatten am Dienstag noch eine Stellungnahme herausgegeben, sie blieben Arsenal "zu 100 Prozent verpflichtet" und hätten kein Interesse an einem Anteilsverkauf, trotz wütender Proteste der Fans.

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Die Milliardäre hinter der Super League

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Tausende Anhänger hatten in der vergangene Woche vor dem Vereinsstadion Emirates Stadium protestiert, nachdem der Club mit elf anderen europäischen Topvereinen versucht hatte, eine geschlossene Super League abseits des sportlichen Wettbewerbs der unteren Ligen zu bilden. Dies bewog Ek, der nach eigenen Angaben schon als Achtjähriger zum Arsenal-Fan wurde, seinen Hut in den Ring zu werfen.

Er sehe sich "in erster Linie als Fan". Sein Ziel sei es, das Vertrauen der Anhänger zum Verein wieder aufzubauen, sagte Ek in einem Interview mit dem Wirtschaftssender CNBC.

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Deal könnte Großteil von Daniel Eks Vermögen ausmachen

"Es ist mir sehr ernst", sagte Ek. Er rechne nicht damit, sich über Nacht durchzusetzen und sei "auf eine möglicherweise lange Reise vorbereitet". Sein Angebot sei aber wohl durchdacht und dürfte die Eigentümer überzeugen. "Ich hoffe, sie hören mich an."

Über den gebotenen Kaufpreis äußerte er sich nicht. Arsenal wird laut dem Magazin "Forbes" mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Aktuell steht der Verein auf dem 10. Platz der englischen Premier League und im Halbfinale der Europa League. Das Vermögen von Daniel Ek beziffert "Forbes" auf 4,4 Milliarden Dollar.

Am Mittwoch verlor Eks 9-prozentiger Anteil an Spotify deutlich an Wert, da die Spotify-Aktie  zeitweise zweistellig einbrach. Der weltgrößte Musikstreamingdienst baut zwar in der Corona-Krise seinen Kundenstamm weiter aus. Der scharfe Wettbewerb mit Apple Music, Amazon Music und kleineren Konkurrenten macht Spotify allerdings vorsichtig. Die Schweden rechnen für das zweite Quartal mit einem Anstieg auf maximal 166 Millionen Premium-Abonnenten, was unter den Erwartungen von Analysten liegt. Die Zahl der Premium-Abonnenten, die monatliche Gebühren zahlen und damit für den Großteil des Umsatzes stehen, stieg im ersten Quartal um rund ein Fünftel auf 158 Millionen, wie der schwedische Konzern am Mittwoch mitteilte. Er gewann vor allem in den USA und Indien neue Kunden. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 16 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro. Das Unternehmen wies einen Betriebsgewinn von 14 Millionen Euro aus, nach einem Verlust von 17 Millionen im Vorjahreszeitraum.

ak/Reuters