Sportartikelhersteller Adidas will trotz Russland-Rückzugs weiter wachsen

Rund 250 Millionen Euro wird der Rückzug aus dem Russland-Geschäft Adidas an Umsatz kosten. Trotzdem erwartet der Konzern auch 2022 ein kräftiges Wachstum.
Sportmarke Adidas: Wachstum vor allem in Nord- und Lateinamerika

Sportmarke Adidas: Wachstum vor allem in Nord- und Lateinamerika

Foto: Daniel Karmann / dpa

Der Sportartikelhersteller Adidas will nach einem Gewinnsprung 2021 im laufenden Jahr weiter zulegen. So soll der Umsatz währungsbereinigt um 11 bis 13 Prozent steigen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Getragen werden soll das Wachstum von Nord- und Lateinamerika, aber auch der europäischen Region.

In der Prognose sei dabei ein Risiko von bis zu 250 Millionen Euro aus dem Russland-Geschäft enthalten – was rund 50 Prozent der Gesamterlöse des Unternehmens in der Region entspreche. Adidas hat im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Ukraine den Betrieb seiner Geschäfte sowie seines Onlinehandels in Russland vorerst eingestellt.

Die operative Marge soll sich wieder verbessern und der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft von 1,5 Milliarden im abgelaufenen Jahr auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 steigen, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr hatte Adidas nach der Corona-Delle 2020 die Umsätze währungsbereinigt um 16 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro erhöht.

Das vierte Quartal fiel wegen Problemen in der Lieferkette und in China sowie höheren Kosten jedoch schwächer aus. Der Umsatz sank währungsbereinigt um 3 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Die Erlöse in China verringerten sich um fast ein Viertel. Der Gewinn im fortgeführten Geschäft sank konzernweit im vierten Quartal um knapp 14 Prozent auf 123 Millionen Euro.

Fußball-Europameister Italien spielt ab 2023 in Adidas-Trikots

Zudem teilte Adidas mit, dass die italienische Fußball-Nationalmannschaft vom nächsten Jahr an in Adidas- und nicht mehr in Puma-Trikots spielen wird. Der Sportartikelhersteller werde von Januar 2023 an Partner des italienischen Fußballverbands, so Vorstandschef Kasper Rorsted (60) in Herzogenaurach. "Die besten Teams unter Vertrag zu haben, ist für uns sehr wichtig."

Zu den Kosten für den Ausrüstervertrag wollte sich Rorsted nicht äußern. Puma rüstet den amtierenden Fußball-Europameister seit 2008 und noch bis zur Weltmeisterschaft Ende des Jahres in Katar aus. Dafür muss sich die Nationalmannschaft allerdings noch in den Play-offs Ende März qualifizieren,.

Den Vertrag mit dem russischen Fußballverband hatte Adidas dagegen nach dem Einmarsch in der Ukraine ausgesetzt. Er läuft aber zum Jahresende ohnehin aus. Der Welt-Fußballverband FIFA hat Russland von der Qualifikation zur WM in Katar ausgeschlossen.

hr/dpa-afx
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