Autozulieferer Spekulationen um Autosparte bewegen Conti-Aktie

Berichte, der Autozulieferer Continental könnte sein Geschäft mit automatisiertem Fahren möglicherweise herauslösen und an die Börse bringen, haben die Conti-Aktie am Dienstag gestützt. Zuvor hatte sich Conti-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle bereits gegenüber manager magazin zum Thema Kooperationen geäußert.
Umbau: In Hannover baut Continental gerade eine neue Konzernzentrale. Spekulationen um einen weiteren Umbau der Autosparte bewegen die Aktie

Umbau: In Hannover baut Continental gerade eine neue Konzernzentrale. Spekulationen um einen weiteren Umbau der Autosparte bewegen die Aktie

Foto: Hauke-Christian Dittrich/ DPA

Der Autozulieferer Continental könnte seinem Geschäft mit dem automatisierten Fahren einem Bericht zufolge mehr Eigenständigkeit geben und sich damit Handlungsoptionen eröffnen. Perspektivisch gehöre dazu auch ein Börsengang der Sparte, berichtete das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Finanzkreise. Anleger griffen prompt zu: Die Aktie von Continental gehörte am Dienstag mit einem Plus von rund 5 Prozent auf 89 Euro zu den größten Gewinnern im Dax.

Dem Bericht zufolge befinden sich die Überlegungen noch in einem frühen Stadium. Am Ende könnte sich Continental auch gegen einen solchen Schritt entscheiden, hieß es. Continental selbst hielt sich bedeckt. Der Zulieferer erklärte, das Geschäftsfeld für automatisiertes Fahren sei fester Bestandteil des Unternehmensbereichs Automotive. Die Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Dach habe weiterhin höchst Priorität. "Weitere Schritte sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen."

Der Dax-Konzern aus Hannover hatte vor einigen Monaten bereits seine Antriebssparte Vitesco abgespalten. Bei der Ende Januar bekannt gegebenen Kooperation von Volkswagen mit dem Zulieferer Bosch für automatisiertes Fahren war Continental außen vor geblieben.

"Für jede denkbare Kooperation offen"

Der Aufsichtsratschef von Continental, Wolfgang Reitzle, hatte sich kürzlich im Interview mit manager magazin  zur Zukunft des Automobilzulieferers geäußert. Angesprochen auf einen möglichen weiteren Umbau bei Continental, sagte Reitzle, er sei nicht der Vorstandschef. Aber er hätte natürlich schon einige Ideen. Das Autogeschäft, das 2021 Verluste verzeichnet hat, sei gerade umgebaut worden. Das neue Team bekomme jetzt die nötige Zeit und Ruhe, um die Autosparte aus dem Tal zu führen, so Reitzle. Auf die Frage, ob auch eine Allianz mit einem großen Techunternehmen vorstellbar sei, antwortete Reitzle: "Der Automotivebereich ist in der neuen Struktur bewusst so aufgesetzt, dass wir für jede denkbare Kooperation offen sind: Wir können Joint Ventures bilden, Start-ups übernehmen oder uns mit denen verbinden, da ist vieles vorstellbar."

la/dpa/mmo